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Britisches Pfund/US-Dollar: Kommt es bei „Cable“ zur Wende?

Einen Vorteil hatte das „BrExit“-Votum der Briten im Juni 2016 für die britische Wirtschaft: Die negativen Folgen eines anstehenden Austritts aus der Gemeinschaft wurden zwar teilweise vorweggenommen, durch einen deutlichen Kursrutsch beim britischen Pfund aber gut kompensiert. Das Pfund sackte damals zwischen Juni und Oktober zu allen wichtigen Weltwährungen kräftig durch, weil man davon ausging, dass die Konsequenz aus diesem Schritt eine massive Schwächung der Wirtschaft sein werde, der die Bank of England mit Zinssenkungen und Anleihekäufen entgegentreten müsse. Und je niedriger die Zinsen, desto schwächer die Währung. Ein Leitsatz, der grundsätzlich funktioniert. Es sei denn, ein Land drückt trotz steigender Zinsen gezielt die eigene Währung, um sich Exportvorteile zu verschaffen. Was den Blick in die USA richtet, denn genau dieses „Phänomen“ einer bei steigenden Zinsen abrutschenden Währung sah man seit Amtsantritt des derzeitigen US-Präsidenten. Eine schwache Währung bedeutet, dass die Exporteure im Ausland billiger anbieten können, ist damit ein Vorteil. Dieser Vorteil eines schwachen Pfunds half, die Briten nach dem BrExit-Votum vor einer Rezession zu bewahren. Aber dann drehte sich der Spieß eben um:

Expertenmeinung: „Cable“, wie man die Relation Pfund/US-Dollar unter den Devisentradern nennt, lief auf einmal in die Gegenrichtung. Das Pfund wurde wieder teurer. Vor allem zum US-Dollar war das schmerzhaft, denn Großbritannien und die USA haben traditionell enge Handelsbeziehungen. Der Vorteil der schwachen Währung entglitt den Briten: Anfang 2018 war der gesamte Abstieg des Pfunds aus der Region von 1,45 hinunter auf im Tief 1,15 US-Dollar pro Pfund wieder eliminiert. Dies in Kombination mit den chaotisch wirkenden, jeden Zeitrahmen sprengenden Verhandlungen mit der EU stellte eine kritische Situation dar, vor allem, als das Pfund Mitte April über das Ende Januar markierte, bisherige Jahreshoch lief und es wirkte, als würde die Rallye jetzt erst richtig losgehen. Aber dieser Ausbruchsversuch nach oben scheiterte und schlug ins Gegenteil um: Seither fällt „Cable“ Tag um Tag und notiert aktuell an der letzten charttechnischen Unterstützungslinie, die das Pfund noch von einer mittelfristigen Abwärtswende trennen würde: an der 200-Tage-Linie. Diese derzeit um 1,3544 US-Dollar seitwärts laufende Linie ist seit Tagen hart umkämpft, was klar macht, dass die Marktteilnehmer beider Lager sich der Relevanz dieses gleitenden Durchschnitts sehr wohl bewusst sind. Die bullische Seite müsste den Kurs wieder über die bei 1,3850 US-Dollar verlaufende 20-Tage-Linie bekommen, dann könnte man diesen Versuch einer Abwärtswende als abgewehrt einstufen, dann hätte das Pfund zum US-Dollar wieder Spielraum nach oben. Aber sollte der Kurs mit Schlusskursen unter 1,3400 US-Dollar hinreichend deutlich unter der 200-Tage-Linie schließen, wäre die Wende in der Tat als gelungen anzusehen. Eine hochspannende Situation!

GBP.USD_2018_05_11

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