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Dow Jones: Dieses „Patt“ ist reiner Sprengstoff

Gestern Abend gegen 20:15 Uhr verkündete der US-Präsident den einseitigen Ausstieg der USA aus dem Iran-Atomabkommen. Zugleich würden, so Trump, ohne Verzug entschlossene Sanktionen gegen den Iran in Kraft treten. Am Aktienmarkt bemühte man sich unübersehbar, jegliche negative Reaktion zu verhindern, kleine Schwächen sofort wieder aufzukaufen. Doch diese Entscheidung dürfte Auswirkungen auf die Sicherheitslage weltweit und den Welthandel haben, die über kleine Ausschläge im Dow Jones hinausgehen werden. Die Frage ist indes, wo und wann diese Auswirkungen auftreten. Denn konkrete Angaben zu den Sanktionen machte Trump im Zuge seiner Rede nicht. Und die ersten Reaktionen aus anderen Ländern fielen aus, wie es zu erwarten war: Saudi-Arabien und Israel applaudierten, Russland und Frankreich wollen weiter versuchen, die USA wieder ins Boot zu holen, EU-Ratspräsident Tusk erklärte, Trump werde nach dem Ausstieg einem geeinten Europa gegenüberstehen. Und der Iran machte sofort klar, dass das Abkommen mit den anderen Unterzeichnern China, Russland, Großbritannien, Frankreich und Deutschland weiter gelte. Das war alles noch zu vage, um Druck auf den US-Aktienmarkt auszulösen, also versuchte das bullische Lager, den Puffer, den man zu den mittelfristig entscheidenden Unterstützungen des US-Index-Flaggschiffs aufgebaut hatte, zu halten. Vorerst mit Erfolg: Der Dow Jones beendete den Dienstag fast auf den Punkt unverändert. Aber sollte man dabei das Wort „vorerst“ nicht dick unterstreichen?

Expertenmeinung: Das wäre in der Tat besser, denn noch sind die Bären nicht aus dem Feld geschlagen. Wir stehen hier einer hochspannenden, mit dem gestrigen Patt weiterhin offenen, aber eine Entscheidung unmittelbar einfordernden Gemengelage gegenüber. Auf der einen Seite ist es ein bullisches Signal, dass es am vergangenen Donnerstag gelang, mit der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie gleich zwei entscheidende Unterstützungen zu verteidigen. Und mit den Käufen des Freitags entstand daraus sogar ein „Morning Star“ in der Candlestick-Lehre, ein kurzfristig bullisches Signal mit der Chance, Basis eines neuen Aufwärtsimpulses zu werden. Doch auf der anderen Seite blieben die Anschlusskäufe als Reaktion auf diese Chance, sich nach oben abzusetzen, bislang aus. Weder am Montag noch am gestrigen Dienstag gelang es, den Kreuzwiderstand aus 20-Tage-Linie und Januar-Abwärtstrendlinie zu überwinden. Und selbst wenn es gelänge: Erst, wenn das letzte Zwischenhoch aus dem April bei 24.859 Punkten überboten wäre, wäre die Serie tieferer Zwischenhochs gesprengt und wirklich eine Basis gegeben, auf der Long-Seite mit tauglichem Chance/Risiko-Verhältnis zu agieren. Solange die Rahmenbedingungen aber eher für die Bären sprechen – steigender US-Dollar, hohe Anleihezinsen, Iran-Problematik und die offene Lage in Bezug auf die Strafzölle – hätten die Bären jederzeit ihre Chance, mit dem Bruch von mittelfristigem Aufwärtstrend, 200-Tage-Linie und dem bisherigen Jahres-Verlaufstief bei 23.346 Punkten klare Zeichen zu setzen.

Chart vom 08.05.2018, Kurs 24.360,21 Punkte, Kürzel INDU

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