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Beiersdorf: Das ist nicht zu rechtfertigen

Die Hamburger Beiersdorf AG stellt eine Vielzahl von Konsumartikeln her und ist mit mehr als 150 Tochtergesellschaften weltweit vertreten.
Dabei ist das Geschäft in zwei Segmente gegliedert: Der Bereich Consumer umfasst die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Kosmetikprodukten. Neben Artikeln zur Körper- und Hautpflege hat Beiersdorf auch Gesundheitsprodukte im Angebot. Zu den bekanntesten Marken zählen hier Nivea, Labello, 8×4, La Prairie, Eucerin und die Pflastermarken Hansaplast und Elastoplast.
Der Geschäftsbereich Tesa konzentriert sich auf die Klebeprodukte der gleichnamigen Marke. Neben den bekannten Klebebändern werden verschiedene Produkte an Industrie, Gewerbe und Handel geliefert. Dazu zählen neben selbstklebenden Produkten auch Abdeckungssysteme für die Automobilindustrie und diverse Verpackungslösungen.

Schwache Vorstellung

Das Unternehmen hat sich in einigen Bereichen eine starke Position erkämpft, das zugrunde liegende Wachstum ist allerdings sehr verhalten. Der Umsatz stieg in den zurückliegenden zehn Jahren lediglich von 5,97 auf 7,05 Mrd. Euro. Den Großteil darf man wohl der Inflation zusprechen, das reale Wachstum ist Null.
Ähnliches gilt für den Gewinn, denn das Ergebnis Aktie kletterte nur von 2,48 auf 2,96 Euro und die Dividende liegt seit mehr als einem Jahrzehnt konstant bei 0,70 Euro je Anteilsschein. Der freie Cashflow legte im selben Zeitraum von 468 auf 716 Mio. Euro zu.

Kurssprung nach Umsatzzahlen

Vor wenigen Stunden hat Beiersdorf Zahlen für das erste Quartal vorgelegt.
Der Umsatz legte um 0,4% auf 952 Mio. Euro zu, währungsbereinigt waren es nach Angaben des Unternehmens allerdings 6,5%. Am Ende zählt jedoch, was real in der Kasse landet.

Auch der Ausblick kann kaum zu Freudensprüngen einladen. Für das Gesamtjahr werden ein Umsatzwachstum von etwa 4% und eine gleichbleibende Profitabilität erwartet.

In Anbetracht der schwachen Historie und des mauen Ausblicks sollte die Bewertung dementsprechend niedrig sein. Doch weit gefehlt, die Aktie befindet sich seit Jahren in einer fundamental nicht begründbaren Aufwärtsbewegung und dementsprechend hoch ist inzwischen das KGV.
Für das abgelaufene Geschäftsjahr liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 33 und für das laufende bei 28! Die Dividendenrendite liegt bei 0,7%, obwohl ein Viertel des Gewinns ausgeschüttet wird. Der freie Cashflow zeichnet dasselbe Bild, der Multiplikator liegt ebenfalls bei üppigen 33.

Der träge Gigant ist wie ein schnell wachsendes, aussichtsreiches Unternehmen bewertet. Das ist schlichtweg nicht zu rechtfertigen.
Aus fundamentaler Sicht kann keinesfalls eine Kaufempfehlung ausgesprochen werden.

Charttechnischer Ausblick

Wie bereits ausgeführt, befindet sich die Aktie in einem intakten Aufwärtstrend. Aus charttechnischer Sicht ist die Lage daher weitaus freundlicher.
Grundsätzlich besteht weiter Potenzial in Richtung 98,00 und 102,00 Euro. Die obere Aufwärtstrendlinie bietet sogar noch etwas mehr Luft.
Anleger sollten diesen Bereich zum Ausstieg nutzen und andere Investitionsmöglichkeiten erwägen, die Realität wird auch Beiersdorf früher oder später einholen.

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