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Dialog Semiconductor: Vorsicht Falle?

Die Quartalsbilanz des Chipherstellers Dialog Semiconductor steht erst nächste Woche, am 9. Mai, an. Aber bereits gestern zog diese Aktie kräftig an, denn die Bilanzdaten eines anderen Unternehmens werden von den Investoren als noch wichtiger für Dialog Semiconductor eingestuft als die eigenen: die von Apple. Und die kamen am Dienstagabend nach US-Handelsende. Denn Apple ist der mit Abstand größte, wichtigste Kunde des Unternehmens. Läuft es bei Apple gut, läuft es auch in Bezug auf Umsatz und Gewinn bei Dialog Semiconductor. Und vor allem suchte man bei den Statements von Apple im Zuge der Analystenkonferenz nach Hinweisen, ob etwas dran ist an dem im vergangenen Jahr mehrfach aufgeflackerten Gerücht, Apple könnte bald seine eigenen Chips entwickeln und herstellen. Denn das wäre für Dialog Semiconductor fatal. Und das ist der Grund, warum diese Aktie in den vergangenen gut zwölf Monaten, vom Jahreshoch 2017 bis zum bisherigen Tief in der vergangenen Woche, zwei Drittel an Kurswert verlor. Aber man fand bei Apple keine solchen Hinweise, war erleichtert und griff beherzt zu. Eine gute Idee – oder läuft man da in die Falle?

Expertenmeinung: Zumindest ist Vorsicht angebracht. Denn es ist zwar richtig, dass das Niveau der Dialog Semiconductor-Aktie im Fall, dass diese Gerüchte um einen Wegfall des Großkunden Apple haltlos sind, außerordentlich „billig“ wäre. Aber das setzt voraus, dass Umsatz und Gewinn weiter recht dynamisch zulegen. Und das führt angesichts deren Dominanz beim Umsatz von Dialog Semiconductor erneut zu Apple. Dort kam es zwar nach der Quartalsbilanz zu Käufen. Aber die basierten nicht darauf, dass Apple ein starkes Umsatzwachstum verbuchten konnte und/oder die Gewinnmarge deutlich gestiegen wäre, was Zulieferern wie Dialog Semiconductor Spielraum bei den Chip-Preisen nach oben bieten könnte. Die Käufe bei Apple basierten vor allem auf dem neu angesetzten, jetzt unglaubliche 100 Milliarden US-Dollar umfassenden Aktienrückkaufprogramm. Umsatz und Marge lagen gerade mal im Rahmen der eher vorsichtigen Analystenerwartungen, wobei der Umsatz mit +15 Prozent gegenüber dem ersten Kalenderquartal 2017 nicht wirklich beeindrucken kann, immerhin ist Apple derzeit erstmals mit zwei aktuellen iPhone-Modellen am Start. So betrachtet dürfte das keine Basis sein, dass bei Dialog Semiconductor Umsatz und Gewinn allzu weit über den bisherigen Erwartungen liegen werden. Und das hieße: Ja, das Risiko des Wegfalls von Apple als Großkunde scheint momentan nicht akut zu sein. Aber Apple kann eben auch keine Basis dafür sein, dass man Dialog Semiconductor mit Blick auf deren eigenes Wachstum neu bewerten müsste. Die Aktie kann also wieder in alte, normale Sphären zurückkehren, das muss aber nicht gelingen. Daher wären Long-Trades im Vorfeld eines Schlusskurses über der nächstgelegenen Widerstandszone zwischen 20,27 und 22,32 Euro, deren Break dann den Weg aus charttechnischer Sicht in den Bereich 27,33/28,29 Euro freigeben würde, hochspekulativ!

Chart vom 02.05.2018, Kurs 19,27 Euro, Kürzel DLG

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