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DAX: Überraschungsangriff mit „Zocker-Faktor“

Während man in Europa fast überall den Tag der Arbeit beging, gelang an der Wall Street am Dienstag ein Turnaround nach oben. Allerdings nur für S&P 500 und Nasdaq 100, der Dow Jones schloss im Minus. Und auch am Dienstag konnten sich die Bullen an der Wall Street nicht wirklich überzeugend in Szene setzen, solange der Xetra-Handel im DAX noch lief. Die Hoffnung, dass die am Dienstagabend präsentierte Quartalsbilanz von Apple den Gesamtmarkt beflügeln würde, ging nicht recht auf. Doch beim DAX sah das ganz anders aus. Der explodierte förmlich. Und das, nachdem es im vorbörslichen Handel zwischen 8 und 9 Uhr, als der DAX Future bereits handelte, völlig ruhig geblieben war. Auf die Minute mit dem Start des regulären Handels um 9 Uhr startete der deutsche Leitindex durch – und mochte gar nicht mehr aufhören. Dabei fiel auf: Der Rest der Euro-Börsen konnte da nicht mithalten. Auch in Frankreich oder Großbritannien ging es aufwärts, aber der DAX ebenso wie der MDAX und der TecDAX verwiesen die anderen Euro-Indizes klar auf die Plätze. Doch worauf basierte diese Rallye, die zudem sehr breit ausfiel, also nicht nur von einigen wenigen Aktien getragen wurde?

Expertenmeinung: Wenn die Wall Street als Motivator ausfällt, kann es nur eines sein, das die Anleger elektrisiert, zumal der erneute Aufschub der Stahl- und Aluminium-Strafzölle auch den Rest der Eurozone hätte treiben müssen – das war es also auch nicht. Es war der Euro, der zum US-Dollar in eine charttechnisch entscheidende Zone abgerutscht war. Dort ging man die Trendwende nach unten an, schaffte es im Verlauf des Tages, die 200-Tage-Linie als untere Begrenzung einer zwischen 1,2010 und 1,2155 US-Dollar gelegenen Unterstützungszone zu durchbrechen. Richtig ist: Wenn diese Wende wirklich gelingt, kann Euro/US-Dollar zügig in die Region 1,1550/1,1615 US-Dollar durchgereicht werden, was die zuletzt durch die Euro-Hausse markant gebremsten Exportperspektiven ganz erheblich verbessern würde. Und das wäre in der Tat ein triftiges Argument dafür, dass sich die Schere zwischen Wall Street und Europa schließt, indem es dann anders herum geht: Wall Street durch einen steigenden US-Dollar unter Druck, Europa mit dem DAX voran durch einen schwachen Euro beflügelt. Aber diese Rallye hatten dennoch einen nicht unwesentlichen „Zocker-Aspekt“, denn sie vollzog sich vor dem um 20 Uhr präsentierten Statement der US-Notenbank. Die deutete an, dass man zwar die Inflation in der Zielzone für weitere Leitzinsanhebungen sehe, die Wachstumsperspektive aber nicht mehr so positiv sei wie zuvor. Das führte dazu, dass der Abstieg des Euro am Abend erst einmal gestoppt wurde. Ob es wirklich zu einer nachhaltigen Wende unter 1,2010 US-Dollar kommt, bleibt damit noch offen – und birgt ein Risiko für das bullische Lager beim DAX. Rein charttechnisch betrachtet „passt“ alles: Der DAX ging über die Widerstandszone 12.664/12.745 Punkte hinaus. Bei 12.810 und 12.848 Punkten lägen noch die Monatstiefs vom Dezember und November als eher leichte Widerstände im Weg, darüber wäre dann bis über 13.000 Punkte hinaus erst einmal freie Bahn. Doch das erfordert einen Euro, der nicht doch plötzlich wieder „zurückschnappt“, nicht doch wieder über 1,2155 US-Dollar hinaus steigt. Dementsprechend sollte man hier, so bullisch dieses Chartbild auch ist, mit der gebührenden Vorsicht ans Werk gehen.

Chart vom 02.05.2018, Kurs 12.802,25 Punkte, Kürzel DAX

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