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S&P 500: Bullen in der Dauer-Defensive

Angeführt von einem Dow Jones, der zeitweise gut 350 Punkte ins Minus gerutscht war, hatten die US-Aktienindizes am Dienstag erneut um ihre mittelfristig entscheidenden Unterstützungen zu ringen. Dass es gelang, den marktbreiten S&P 500 zum Handelsende doch wieder knapp ins Plus zu heben, ist zwar für das bullische Lager ein Grund, um tief durchzuatmen, nachdem der Wochenstart alles andere als rosig verlaufen war. Aber auch, wenn dieser Intraday-Turnaround die Distanz zu den entscheidenden Auffanglinien wieder einen Tick vergrößerte: In unmittelbarer Reichweite bleiben sie weiterhin. Und es ist fraglich, wie nachhaltig dieser Gegenangriff der seit Ende Januar immer öfter in die Defensive gedrängten Bullen sein kann. Die Masse der Quartalsbilanzen für das erste Quartal 2018 liegt auf dem Tisch und vermochte den US-Aktienmarkt ebenso wenig wieder in einen tragfähigen Aufwärtsimpuls zu führen wie das magere Wachstum des Bruttoinlandsprodukts zwischen Januar und März. Das Thema der Strafzölle wird zwar derzeit auf kleiner Flamme gekocht, die Sache an sich sowie die Gefahr, dass sich die USA damit selbst schaden, ist aber noch keineswegs gebannt. Und was die Geopolitik angeht, birgt die zunehmende Fokussierung auf den Iran für den Ölpreis ein Risiko. Sollte der weiter zulegen, würde das das ohnehin überschaubare US-Wachstum zusätzlich bremsen. Und noch ein weiterer und äußerst bedeutsamer Aspekt droht sich gegen die US-Bullen zu wenden:

Expertenmeinung: Der Euro droht zum US-Dollar in eine Trendwende einzuschwenken. Mit der 200-Tage-Linie erreichte der Euro/US-Dollar-Kurs am Dienstagabend die untere Begrenzung einer Unterstützungszone zwischen 1,20 und 1,2155 US-Dollar, deren nachhaltiger Bruch eine mittelfristige Trendwende bedeuten würde. Ein wieder steigender US-Dollar, ein fallender Euro, das hieße, dass eine für das US-Wachstum ganz entscheidende Triebfeder brechen würde. Dementsprechend ist der Weg nach oben steinig, denn für potenzielle Käufer findet sich momentan auf die Frage, warum man ausgerechnet jetzt kaufen sollte, keine überzeugende Antwort. Der S&P 500 würde ein bullisches Signal generieren, gelänge es, die übergeordnete Januar-Abwärtstrendlinie bei aktuell 2.725 Punkten zu bezwingen. Aber angesichts der in sukzessive kürzeren Abständen auftretenden Anläufe an die bei 2.613 Punkten verlaufende 200-Tage-Linie als obere Begrenzung der aus dieser Linie, der April 2017-Aufwärtstrendlinie bei 2.590 und dem bisherigen Jahrestief bei 2.533 Punkten bestehenden, mittelfristig entscheidenden Unterstützungszone erscheint die bärische Seite momentan die interessantere zu sein. Erst, wenn der Index über die Januar-Abwärtstrendlinie nach oben hinaus laufen würde, wären die Bären wirklich aus dem Feld geschlagen.

Chart vom 01.05.2018, Kurs 2.654,79 Punkte, Kürzel SPX

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