Börsenblick

Zurück Juli Weiter
Zurück 2018 Weiter

Euro/US-Dollar: Chance vertan?

Mit dem Anstieg des Euro zum US-Dollar von seinem mehrjährigen Tief bei 1,0340 US-Dollar im Januar 2017 bis auf in der Spitze 1,2556 US-Dollar im Februar 2018, der entgegen der üblichen Lehrbuch-Meinung ablief, nachdem diejenige Währung die stärkere sein müsste, in deren Währungsraum die attraktiveren, höheren Zinsen zu finden sind, ist es zwar seit zwei Monaten vorbei. Aber an eine echte Trendwende des Euro wagte sich bislang niemand so recht. Zu offensichtlich war, dass die USA einen schwachen US-Dollar favorisieren und offenbar auch durchzusetzen und zu verteidigen wissen. Für die europäischen Exporteure eine fatale Entwicklung. Denn viele Anleger, die die Folgen des Euro-Anstiegs für den Export zunächst nicht ernst nahmen, erkennen jetzt, dass immer mehr europäische Unternehmen ihre Wachstumserwartungen zusammenstreichen müssen und den zu teuren Euro dabei als Schuldigen Nummer Eins benennen. Dennoch schien es, als wäre dagegen kein Kraut gewachsen, denn auf politischer Ebene wagte bislang niemand, die USA in dieser Hinsicht zu kritisieren, aus Sorge, dass man dort den US-Dollar dann nur erst recht drücken würde. Doch in der vergangenen Woche änderte sich das. Die Marktteilnehmer hatten offenbar die Hoffnung, dass die Ballung von Terminen, an denen man in Bezug auf die Währung zu Gunsten einer Wende des Euro nach unten etwas hätte ausrichten können, die Basis bieten würden, bei Euro/US-Dollar nach langer Zeit mal wieder eine Trading-Chance auf der Short-Seite zu sehen. Aber diese Chance wurde vertan.

Expertenmeinung: Sofern dieses Problem nicht zu Themen gehörte, die gegenüber der Presse nicht kommuniziert wurden, haben offenbar weder Emmanuel Macron noch Angela Merkel den US-Präsidenten auf das Thema dieser Währungs-Schieflage angesprochen. Und die EZB, die ebenfalls in der vergangenen Woche die Gelegenheit gehabt hätte, dazu Stellung zu nehmen, schwieg, wieder einmal. Der Euro war im Vorfeld bereits in Ausgangsstellung gerutscht, um die mittelfristig entscheidenden Unterstützungen zu brechen: Das Tief der seit Mitte Januar anhaltenden Seitwärtsspanne bei 1,2155 US-Dollar, das Jahreshoch 2017 bei 1,2092 US-Dollar und als Abschluss dieser Supportzone die 200-Tage-Linie, die am Freitag bei 1,2007 US-Dollar verlief. Bis 1,2055 US-Dollar schaffte es der Kurs nach unten, drehte dann aber am Freitag wieder nach oben und schloss mit 1,2129 US-Dollar gegenüber Donnerstag im Plus und wieder am oberen Ende dieser Chartzone. Noch ist die Chance, diesen Bereich doch noch zu durchbrechen, nicht vom Tisch – aber jetzt fehlt es an Argumenten. Drei Chancen, am festen Euro zu rühren, wurden von Politik und EZB liegen gelassen – warum also sollten die bullischen Trader jetzt nicht erneut aktiv werden? Wirklich nach oben frei wäre Euro/US-Dollar zwar erst, wenn der Kurs über der kurzfristigen Abwärtstrendlinie bei aktuell 1,2305 US-Dollar schließen würde, aber bereits ein Schlusskurs oberhalb der Zone 1,2007/1,2155 US-Dollar könnte die Trader auf der Long-Seite wieder mobilisieren. Auf der Unterseite bleibt noch eine Restchance, die man zumindest im Auge behalten sollte, mit Schlusskursen unter 1,20 doch noch ein Abwärts-Signal mit Zielrichtung in den Bereich 1,1550/1,1660 US-Dollar zu generieren.

Chart vom 27.04.2018, Kurs 1,2129 US-Dollar, Kürzel EUR.USD

Auch interessant:

DAX am Scheideweg: Erholung oder Kursabfall? | LYNX Marktkommentar
Kommt das Ende der Hausse? So stellen Sie Ihr Depot richtig auf - Interview mit Georg Oehm
Wie findet man unterbewertete Aktien? Interview mit Ulrich W. Hanke | LYNX fragt nach
Handeln über LYNX: Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • niedrige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
0800 5969 000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.DE
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN