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amazon: Ein Plus, das wie ein Minus wirkt

Noch sollte man die Bullen hier nicht abschreiben, das sei vorausgeschickt. Richtig ist, dass amazon.com am Donnerstagabend im Rahmen der Bilanz des ersten Quartals moderat über den Prognosen liegende Umsätze meldete, aber einen ganz gewaltig über den Analystenschätzungen liegenden Gewinn pro Aktie. Daraufhin startete die Aktie umgehend im nachbörslichen Handel des Donnerstags durch und hielt das immense Plus bis zum Handelsstart des Freitags durch. Aber eben nur bis dahin. In der Spitze hatte amazon.com 120 US-Dollar Plus zu bieten, einen Anstieg von 7,9 Prozent auf 1.638 US-Dollar und damit auf ein neues Rekordhoch. Am Ende des Handels jedoch blieb davon mit +3,6 Prozent oder knapp 55 US-Dollar nur noch knapp die Hälfte übrig. Eine lange rote Kerze steht damit im Raum. Und dass nicht wenige Marktteilnehmer diesen Luftsprung der Aktie zum Anlass nehmen, hier Kasse zu machen, wundert nicht einmal. Denn die Analysten hatten hier, nachdem sie in vergangenen Quartalen bisweilen dramatisch danebenlagen, offenbar ganz bewusst tiefgestapelt. Immerhin lag deren durchschnittliche Gewinnschätzung von 1,26 US-Dollar pro Aktie sogar deutlich unter dem Gewinn pro Aktie des 1. Quartals 2017 (1,48 US-Dollar), obwohl klar war, dass der Online-Händler seither gewaltig gewachsen war und zu dem höheren Gewinnpotenzial auch noch der Effekt der US-Steuerreform kommen würde. So gesehen waren die 3,27 US-Dollar pro Aktie, die das Unternehmen den Anlegern präsentierte, so beeindruckend gar nicht. Und dann begannen wohl einige zu rechnen:

Expertenmeinung: Selbst, wenn amazon.com diesen Gewinn über das Gesamtjahr durchhalten könnte und damit 13 US-Dollar verdienen würde, würde das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV), gerechnet vom am Freitag erreichten Rekordhoch, bei über 120 liegen. Was man rechtfertigen könnte, wenn sich der Gewinn weiter rapide steigern ließe, sich z.B. in den kommenden drei, vier Jahren vervierfachen würde, so dass man dann mit einem KGV von 30 eine für moderate Gewinnsteigerungen angemessene Bewertung erreichen würde. Aber wird amazon.com wirklich imstande sein, in ein paar Jahren 50 und mehr US-Dollar pro Aktie jährlich zu verdienen? Nicht wenige bezweifelten das offenbar und nahmen umgehend Gewinne mit. Aber wie gesagt: Noch ist die Messe für die Bullen nicht gelesen, auch, wenn diese rote Kerze auf Rekordniveau ernüchternd wirkt. Als die Ergebnisse des vierten Quartals Anfang Februar präsentiert wurden, gab es ebenfalls eine lange rote Kerze, Gewinnmitnahmen als Reaktion auf ein neues Rekordhoch. Dann folgte damals die scharfe Korrektur des Gesamtmarkts, danach aber eine erneute Rallye der Aktie, die sie weit höher trug als auf den Level, den sie als erste Reaktion auf das damalige Ergebnis erreicht hatte. Und immerhin ist es gelungen, das letzte Zwischenhoch, das der Kurs am 19. April bei 1.568 US-Dollar ausgebildet hatte, zu halten. Kritisch würde es erst, wenn amazon.com die am Freitag entstandene Kurslücke komplett schließen, an und unter den Schlusskurs des Donnerstags bei 1.518 US-Dollar fallen würde. Das verheißt einen spannenden Wochenstart!

Chart vom 27.04.2018, Kurs 1.572,62 US-Dollar, Kürzel AMZN

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