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Covestro: Hier schwingt der Hammer der Erkenntnis

Dass der Polymer-Werkstoffe-Spezialist Covestro im März in den DAX aufgestiegen war, ist sicher nicht der Grund für den Abstieg der Aktie. Aber es fällt durchaus auf, dass viele der aktuellen „Aufsteiger“ dann in ihren nächsthöheren Ligen einen schweren Stand haben, so z.B. auch Aumann oder ISRA Vision. Aber die eigentliche Basis für das massiv bärische Signal, das die Aktie am Donnerstag generierte, war die Bilanz des ersten Quartals, die am Donnerstag vor Handelsbeginn auf den Tisch kam. Und will man tiefergehende Ursachenforschung betreiben, basierte der Abstieg der Aktie auf dem schon einige Zeit nicht mehr unterfütterten, aber stur beibehaltenen Optimismus der Anleger, der diese Aktie noch bis Ende Januar von einem Rekordhoch zum nächsten trug, obwohl bereits da absehbar war, was gestern bestätigt wurde: Die Zeit des starken Wachstums ist vorerst vorüber. Covestro traf zwar die Prognosen der Analysen in Bezug auf Umsatz und Gewinn in den ersten drei Monaten des Jahres. Und beides lag satt über den Ergebnissen des Vorjahresquartals. Aber es blieb bei den Perspektiven, die man bereits im Zuge der Jahresbilanz 2017 kommuniziert hatte und die klar aufzeigten: Der Zenit ist vorerst erreicht. Das Umsatzwachstum werde sich, so das Unternehmen, im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich bewegen, das EBITDA, also der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen, wird ungefähr auf dem Niveau des Jahres 2017 liegen.

Expertenmeinung: Doch bis Anfang 2018 hatten viele gedacht, das Wachstum werde sich, vielleicht ein wenig gebremst, aber doch relativ deutlich, fortsetzen. Jetzt schlägt der Hammer der Erkenntnis zu, was dazu führt, dass aus dieser immensen Hausse der Aktie, die im Februar 2016 noch für 25 Euro zu haben war, die Luft herausgelassen wird. Die Frage ist nur, wann dieser Prozess der Rückkehr auf den Boden der Realität gestoppt werden kann. Denn Tage wie der gestrige locken die Bären an. Und wenn eine Aktie erst einmal aktiv und gezielt leerverkauft wird, kann ein grundsätzlich „faires“ Niveau auch genauso deutlich und nachhaltig unterschritten werden, wie es zuvor überboten wurde. Bereits am Mittwoch war die 200-Tage-Linie gefallen, die kurz zuvor zweimal hatte verteidigt werden können. Gestern brach die markante Unterstützungszone 75,50/76,50 Euro, zugleich drehte der Trendfolgeindikator MACD auf Verkauf. Da sich unterhalb dieser gestern unterbotenen Zone nur eher diffuse Unterstützungen finden, wäre die Aktie kurzfristig nach unten erst einmal frei. Bevor sich hier kein wirklich vertrauenerweckender Boden bildet, wäre sie daher für die Long-Seite tabu.

Chart vom 26.04.2018, Kurs 74,50 Euro, Kürzel 1COV

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