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US T-Bonds 2Y: Komfortabler Parkplatz für Aktienmarkt-Aussteiger

Dass die Rendite für US-Staatsanleihen (US-Treasury Bonds oder kurz T-Bonds) mit zehn Jahren Laufzeit am Mittwoch bei 3,03 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit dem Sommer 2011 anlangte, mag nicht wenige Investoren am Aktienmarkt nervös gemacht haben. Aber die eigentliche Gefahr für die US-Aktien findet sich in den kürzeren Laufzeiten. Denn solange die Renditen der Anleihen weiter steigen, weil man damit rechnet, dass die US-Notenbank die Leitzinsen weiter anhebt, bedeutet das, dass bei Anleihen, die man im Vorfeld zu einer niedrigeren Rendite erworben hat, Kursverluste auflaufen, durch die sich diese Anleihen den steigenden Renditen anpassen. Das ist bei zehn Jahren Laufzeit unangenehm. Aber bei kurzen Laufzeiten ließe sich das schon weit eher verschmerzen, denn egal, was in der Zwischenzeit passiert, am Ende muss der Staat dem Anleger dann doch den eigentlichen Nominalpreis der Anleihe zurückzahlen.

Und wenn es dann für relativ wenig Haltedauer Zinsen gibt, die mit den Dividendenrenditen am Aktienmarkt mehr als mithalten können, fällt die Wahl schon leichter, im Zweifel zu den Anleihen zu greifen, wenn der Aktienmarkt instabil wirkt … oder dort auszusteigen, weil sich das Kapital im Gegensatz zu vergangenen Jahren mit einer tauglichen Rendite parken lässt. Aus diesem Grund ist es deutlich brisanter, dass die US T-Bonds mit zwei Jahren Laufzeit am Dienstag eine Rendite von 2,49 Prozent erreicht hatten. Denn das ist nicht der höchste Stand seit 2011, sondern seit August 2008, als die Subprime-Baisse in die heiße Phase überging. Und nur ein halbes Prozent Abschlag für zwei Jahre statt zehn Jahre Haltedauer – das ist in der Tat verlockend.

Chart vom 25.04.2018, Kurs 106,00 US-Dollar, Kürzel ZT

Der langfristige Chart auf Wochenbasis zeigt: Seit September 2017 läuft hier der stetige Abstieg des Kurses der zweijährigen T-Bonds, nachdem sich vorher lange Zeit überhaupt nichts getan hatte. Der Versuch einer Bodenbildung im März wurde abverkauft, neue Tiefs im Kurs und damit neue Hochs in der Rendite erreicht. Der Chart auf Tagesbasis zeigt dabei, dass es am Dienstag, als die Rendite der „Zweijährigen“ ihr bisheriges Hoch von 2,49 Prozent erzielte, zu einer grünen Kerze im Kurs kam, d.h. es kam zu Käufen in diesen Anleihen. Aber das ist für die Anleger am Aktienmarkt keine Beruhigung, im Gegenteil. Denn steigende Kurse bei diesen T-Bonds bedeuten ja nur: Auf diesem Niveau setzen Käufe ein.

Chart vom 25.04.2018, Kurs 106,00 US-Dollar, Kürzel ZT

Anleger sehen diese knapp 2,5 Prozent als lukrativ an. Und das Geld, das hier hinein fließt, fließt entweder nicht in die Aktien oder stammt sogar von dort, d.h. erste Akteure schichten aus Aktien in Anleihen um. Würde daraus mehr als dieser bislang nur kleine Ansatz, würde es also zu einem Run heraus aus Aktien und hinein in US T-Bonds kommen, hieße das: Die Anleihekurse wäre für eine Trendwende gut. Dann, aber auch erst dann, wäre zu überlegen, bislang ja immens gut gelaufene Short-Trades glatt zu stellen und auf die Long-Seite zu wechseln. Auf charttechnischer Ebene würde ein Signal hin zu einer Trendwende nach oben dann entstehen, wenn die „Zweijährigen“ mit Schlusskursen über 108 8/32 US-Dollar die drei kurzfristig entscheidenden Charthürden in Form des März-Tiefs, der 20-Tage-Linie und der September-Abwärtstrendlinie überboten hätten.

 

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