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Osram: War diese Reaktion übertrieben?

Wir hatten in den letzten Tagen schon einige Beispiele gesehen, wie gnadenlos und weit Aktien einbrechen können, wenn die Erwartungen der Investoren nicht erfüllt werden oder es zu unangenehmen Überraschungen kommt. Bedenkt man, wie hart z.B. Caterpillar trotz weit überbotener Prognosen am Dienstag abverkauft wurde, nur, weil es möglich sein kann, dass das Wachstum jetzt nicht mehr durch weiter steigende Gewinnmargen gestützt wird, wundert es nicht unbedingt, dass die Osram-Aktie am Mittwoch mit -17 Prozent förmlich „zusammengefaltet“ wurde. Denn der Leuchtmittelspezialist sorgte in der Tat für eine unangenehme Überraschung, als er am Dienstagabend nach dem europäischen Handelsende mitteilte, dass man genötigt sei, die Umsatz- und Gewinnprognose für das am 30.9. endende Geschäftsjahr 2017/2018 spürbar nach unten zu korrigieren. Das Umsatzwachstum werde nur noch im Bereich von drei bis fünf Prozent liegen (vorher 5,5 bis 7,5 Prozent). Für das Ergebnis pro Aktie wurde der Prognose-Korridor deutlich von zuvor 2,40 bis 2,60 Euro pro Aktie auf 1,90 bis 2,10 Euro nach unten genommen. So betrachtet, angesichts der jetzt fast zwanzig Prozent niedrigeren Gewinnerwartung, wirkt das Minus von gut 17 Prozent folgerichtig. Was auch hieße:

Expertenmeinung: Auch, wenn dieser Selloff übertrieben wirkt, ist er es nicht unbedingt. Zwar wäre die Aktie damit kurzfristig grundsätzlich erst einmal überverkauft. Aber ob Osram schnell eine Gegenreaktion startet oder zunächst noch weiter durchgereicht wird, ist derzeit völlig offen. Aus charttechnischer Sicht ist der Kurs in eine Art luftleeren Raum abgestürzt, denn im Bereich des gestrigen Schlusskurses von 48,00 Euro finden sich keine Unterstützungen. Und darunter würde sich nur zwischen 42,50 und 46,50 Euro eine eher diffuse Zone aus Wendemarken des Jahres 2016 finden, die als Unterstützung nicht „funktionieren“ muss. Das Knifflige ist zudem der Grund für diese Anpassung der Prognosen: Der derart hoch gelaufene Euro, der vor allem zum US-Dollar weit höher lief als man von volkswirtschaftlicher Seite hätte vermuten können – nicht zuletzt aufgrund des politisch unterstützten Abwertungsdrucks auf den US-Dollar. Würde der Euro zum US-Dollar eine Abwärtswende hinlegen, wäre das für die Osram-Aktie zweifellos ein Raketen-Treibsatz. Aber ob es dazu kommt, werden erst die kommenden Wochen erweisen. Bemerkenswert ist, wie heftig die Reaktion auf einen Aspekt ist, der für jedermann sichtbar war, auf den aber hier ebenso wie am deutschen Gesamtmarkt bislang kaum reagiert wurde. Der zu feste Euro wird jetzt immer öfter in Quartalsbilanzen als markantes Hemmnis erwähnt. Und erst daraufhin scheinen die Marktteilnehmer bei den betroffenen Aktien zu reagieren. Was bedeutet: Es kann sehr gut sein, dass es zu weit breiter angelegten Verkäufen bei europäischen Aktien käme, sollte die Chance, die der Euro/US-Dollar aktuell auf eine Wende nach unten hätte, nicht umgesetzt werden. Was die Osram-Aktie selbst anginge, wäre derzeit die beste Lösung: Don’t touch!

OSR_2018_04_26

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