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Caterpillar: Was für ein Turnaround – die ersten werden panisch

Der Baumaschinenriese Caterpillar hatte gestern vor US-Handelsbeginn das Ergebnis des ersten Quartals auf den Tisch gelegt und die Analystenprognosen ebenso wie die Vorjahresergebnisse weit übertroffen. So weit, dass das manch einen Anleger nachdenklich stimmte. Der Gewinn lag bei 2,74 US-Dollar pro Aktie. Vor einem Jahr waren das noch 0,32 US-Dollar gewesen. Und die bei im Schnitt 2,12 US-Dollar gelegene Analystenprognose der Analysten wurde damit dermaßen deutlich überboten, dass man sich fragen musste: Woher kommt dieses Super-Ergebnis? Der Anstieg des Umsatzes lag in der Relation niedriger, da ging es „nur“ um 31 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal nach oben. Immer noch ein starkes Ergebnis. Und man könnte diesen immensen Gewinnanstieg mit der US-Steuerreform begründen, immerhin ist da bei großen Unternehmen im Vorfeld von außen nicht abschätzbar, wie sich die genau auswirken wird. Angesichts dieses starken Ergebnisses hob Caterpillar die Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2018 deutlich von einem Korridor zwischen 8,25 und 9,25 US-Dollar auf jetzt 10,25 bis 11,25 US-Dollar an. Das wirkte alles auf den ersten Blick grandios. Aber wer unmittelbar nach diesem Zahlenwerk nachdenklich war und in die gestiegenen Kurse hinein Gewinne mitnahm, bekam ein paar Stunden später die Bestätigung für seine Entscheidung, denn da bracht die Aktie auf einmal haltlos ein!

Expertenmeinung: Der Grund für den immensen Turnaround der Aktie fand sich in einer Aussage des Unternehmens im Rahmen des „Conference Calls“. Das sind in den USA übliche Telefonkonferenzen mit Analysten, in denen die US-Unternehmen auf Details zu ihren Bilanzen eingehen und Fragen beantworten. Und da wurde kommuniziert, dass die in dem berichteten ersten Quartal erzielte Gewinnmarge wohl nicht mehr zu toppen sei, auch, wenn das wirtschaftliche Umfeld weiter positiv ist. Und das dürfte bei den Investoren sofort Fragen aufgeworfen haben, die man sich im Zuge der unglaublichen Rallye bis Mitte Januar nicht stellen wollte: Was, wenn der US-Dollar zu den wichtigsten Weltwährungen wieder steigt, wie er es eigentlich aus fundamentaler Sicht müsste und Caterpillar dadurch den entscheidenden Vorteil des „Billigen Dollars“ verliert? Was, wenn Trump das sowieso auf die Zeit nach den Zwischenwahlen im November verschobene Infrastrukturprogramm nicht durchbekommt, dass für Caterpillar eine wichtige Einnahmequelle würde? Das Ergebnis war ein Waterloo für die Bullen und eine Aktie, die binnen eines Tages nicht mehr in Richtung des bisherigen Rekordhochs tendiert, sondern sich einer mittelfristigen Trendwende nähert. Drei Unterstützungen sind entscheidend. Fallen sie, ist für Caterpillar eine mittelfristige Trendwende nach unten vollzogen: die aus dem April 2017 stammende mittelfristige Aufwärtstrendlinie bei 141 US-Dollar, die 200-Tage-Linie bei 138 US-Dollar und die aus der Kurslücke vom Oktober resultierende Unterstützungszone 132/133 US-Dollar. Darunter wäre aus charttechnischer Sicht Spielraum bis in den Bereich 110/112 US-Dollar. Gut möglich, dass wir hier gerade einen der „Stars“ des Dow Jones fallen sehen.

Chart vom 24.04.2018, Kurs 144,19 US-Dollar, Kürzel CAT

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