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Ceconomy: Hat eine Wende wirklich eine Chance?

Bis zum vergangenen Sommer waren Metro und Ceconomy noch zusammen und hießen nur Metro. Jetzt sind Metro mit seinen Supermarktketten und Ceconomy mit den Elektronikmärkten Media Markt und Saturn jeweils eigenständig. Aber die Marktteilnehmer sehen diese beiden Unternehmen doch noch durch ein und dieselbe Brille, zumal beide Aktien im MDAX notiert sind und beide den Einzelhandels-Konsumsektor abdecken. Da war es schon eine Überraschung, dass Metro als Reaktion auf das Kassieren der Gesamtjahres-Prognose am Freitag fast elf Prozent in die Knie ging, die Ceconomy-Aktie aber scheinbar ungerührt um 1,7 Prozent zulegte. Doch zum Wochenstart ging es dann doch 2,18 Prozent abwärts. Weit weniger als die Metro, die gleich noch einmal fast zehn Prozent unter die Räder kam. Aber der Gedanke, dass Ceconomy sich einfach abkoppelt und befreit zulegen könnte, womöglich Kapital aus der Metro-Aktie hinaus und in die Ceconomy-Aktie hinein fließt, wurde dadurch erst einmal ausgebremst.

Dennoch, die Chance auf eine effektive Bodenbildung über den Tiefs vom vergangenen Sommer bei 8,84 Euro, auf einen Befreiungsschlag durch einen Anstieg über die den derzeitigen Bodenbildungs-Versuch nach oben abschließende Widerstandslinie bei 9,80 Euro, bleibt erhalten. Aber kann diese Aktie wirklich dynamisch zurück in die Region über 12 Euro laufen, die sie vor dem 19. Januar erreicht hatte? Das könnte sie, wenn die am 17. Mai erwartete Bilanz zum zweiten Geschäftsquartal (das Geschäftsjahr bei Ceconomy endet am 30.9.) absolut überzeugt. Und zwar ohne Abstriche. Denn das, was an diesem 19. Januar gemeldet wurde, war ein durchaus triftiger Grund für den darauffolgenden, bis Ende März währenden Abstieg der Aktie. Denn da musste man einräumen, dass der Gewinn trotz leicht gegenüber dem Vorjahr gestiegener Umsätze im Weihnachtsquartal kräftig gefallen war, vor allem, weil man sich bei der Rabattschlacht im Vorweihnachtsgeschäft und im Logistikbereich offenbar verkalkuliert hatte.

Die Marktteilnehmer müssten somit am 17. Mai ein tadelloses zweites Quartal präsentiert bekommen, das den Eindruck vermittelt, dass ein solcher Lapsus sich nicht wiederholt. Dann in der Tat hätte eine Wende eine Chance, wobei Schlusskure über 9,80 Euro zunächst nur den Weg bis an die bei 10,52 Euro verlaufende 200-Tage-Linie freigeben würden. Und würde dieser Anstieg im Vorfeld des Zahlenwerks und ohne eventuell vorab veröffentlichte, vorläufige Ergebnisse zustande kommen, wäre Vorsicht geboten, denn dann liefe man auf der Long-Seite Gefahr, durch die nächste böse Überraschung abrupt ausgebremst zu werden. Zumal:

Chart vom 23.04.2018, Kurs 9,41 Euro, Kürzel CEC

Tiefere Kurse wären dieser Aktie keineswegs fremd, wie der Chart auf Monatsbasis zeigt, der die zurückgerechnete Historie von Ceconomy über die vergangenen zehn Jahre zeigt. Zwar wurden diese Kurse nur rechnerisch ermittelt, weil es diese Ceconomy-Aktie erst seit der Aufspaltung im vergangenen Sommer gibt. Aber man sieht eben: Ob als „Gesamt-Metro“ oder alleine genommen gab es schon tiefere Kurslevels – und das über einen langen Zeitraum. Würde die Hoffnung, dass Ceconomy es im zweiten Quartal besser gemacht hat als die Metro, nicht erfüllt, wäre ein Unterschreiten der Vorjahres-Tiefs von 8,85 Euro keine Überraschung und dadurch der Weg frei in Richtung der nächsten, nennenswerten Auffangzone um sieben Euro. Hier lohnt es also, die Augen in beide Richtungen offen zu halten.

Chart vom 23.04.2018, Kurs 9,41 Euro, Kürzel CEC

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