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Euro/Türkische Lira: Kommt jetzt eine Trendwende?

Währungen sind meist ein Abbild der jeweiligen Wirtschaft. Nicht unbedingt des Wachstums, sondern der Wirtschaftspolitik. Was sich bei der Türkischen Lira durch einen permanenten Abwärtstrend zu Euro und US-Dollar bemerkbar machte. Noch Ende 2010 bekam man für zwei Türkische Lira einen Euro. Jetzt kostet ein Euro fünf Lira. Ein dramatischer Wertverfall, der aber der Türkei gar nicht so unrecht ist – wie allen Ländern, die eine schwache Währung haben. Denn dadurch werden türkische Exporte billiger, der Umsatz steigt, in der Folge auch das Wirtschaftswachstum. Derzeit liegt das Wachstum des türkischen Bruttoinlandsprodukts bei sagenhaften 7,8 Prozent zum Vorjahresquartal (der aktuellste Wert ist der vom vierten Quartal 2017). Eigentlich müsste die türkische Notenbank die Zinsen erhöhen, um den Wertverfall der Lira zu stoppen und vor allem die Inflation zu bremsen. Denn die liegt momentan knapp über zehn Prozent und bremst dadurch den Wachstumseffekt für die Konsumenten wieder aus. Aber die Politik verhindert das, eben weil diese schwache Lira die Wirtschaft am Kochen hält. Eine knifflige Situation, in der die Devisentrader bislang einfach den mittel- und langfristigen Aufwärtstrend des Euro weiter verfolgten – mangels Signalen, dass die „Schwachwährungspolitik“ ein Ende finden könnte. Erfolgte gestern womöglich ein solches Signal?

Expertenmeinung: Präsident Erdogan kündigte vorgezogene Neuwahlen an. Die sollen bereits Ende Juni stattfinden, ein Jahr vor dem eigentlich vorgesehenen Termin. Das begründete er einerseits mit der Lage in den Nachbarländern Irak und Syrien, andererseits mit der Notwendigkeit, wirtschaftspolitische Entscheidungen zu treffen. Das löste natürlich Verwirrung aus. Angesichts der bereits jetzt auf ihn vereinten Machtfülle stellt sich den Inverstoren die Frage, was nach einer solchen Wahl wirtschaftspolitisch anstehen könnte, was bisher nicht möglich war. Die Reaktion war ein nachgebender Euro zur Lira: Der Kurs rutschte, nachdem er seinen erstmaligen Ausflug über fünf Lira vor einer Woche beendet hatte, an die 20-Tage-Linie als nächstgelegene Unterstützung heran. Aber hätte eine Trendwende hin zu einem schwächeren Euro, einer stärkere Lira, wirklich eine Chance? Es wäre zumindest überraschend, denn warum sollte bei der ohnehin von Erdogan dominierten wirtschaftspolitischen Ausrichtung danach eine Wende eintreten, die für eine mittelfristig wieder festere Türkische Lira, sprich eine Abwärtswende in der Euro/Lira-Relation gut wäre? Andererseits sind Spekulationen angesichts der klaren charttechnischen Konstellation müßig, denn Euro/Lira weist eine klar umrissene, neuralgische Supportzone zwischen 4,72 und 4,75 Lira pro Euro aus. Erst, wenn diese Zone signifikant durchbrochen wäre, hätte ein Short-Trade auf den Euro zur Lira, der vom Zeithorizont her über kurzfristiges Trading hinausginge, eine Chance. Eine spannende Konstellation, die im Auge zu behalten sich lohnen dürfte!

Chart vom 18.04.2018, Kurs 4,9744 TRY, Kürzel EUR.TRY

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