Börsenblick

Zurück August Weiter
Zurück 2018 Weiter

DAX: Die entscheidenden Hürden kommen erst jetzt

In den letzten Jahren hatte sich der April als Einstiegsmonat nicht gerade bewährt. Wird das diesmal anders sein? Zumal der Mai naht, der laut einer alten Börsenregel ein guter Monat sein soll, um sich bis Ende September vom Aktienmarkt zu verabschieden. Was diesen Spruch „Sell in May and go away“ angeht, den haben wir uns in einem aktuellen Artikel mal etwas genauer angesehen – um einen Blick darauf zu werfen, bitte hier klicken: Sell in May and go away: Was ist dran an der Börsenregel?

Aber auch, wenn der herannahende Mai kein Argument wäre, um dem Anstieg des DAX zu misstrauen, die allgemeinen Rahmenbedingungen sind es durchaus. Der deutsche Leitindex legte am Dienstag knapp 200 Punkte zu. Sicher, er folgte damit der Wall Street. Aber davon abgesehen, dass die dort gestern Nachmittag veröffentlichte, gestiegene Industrieproduktion im März nicht repräsentativ für die insgesamt in den letzten Monaten höchst gemischt ausgefallenen US-Konjunkturdaten war, wurde deutlich, dass es nicht angeraten wäre zu erwarten, dass das deutsche Wachstum mit dem US-Wachstum, das derzeit mehr aus Hoffnungen als aus Fakten besteht, mitziehen würde. Der wichtige ZEW-Index der Konjunkturerwartungen für April fiel am Vormittag mit -8,2 Punkten deutlich schlechter als erwartet aus und rutschte damit auf den schwächsten Level seit 2012. Damit nicht genug:

Von einer Entspannung der geopolitischen Lage kann noch keine Rede sein. Dass das Thema Strafzölle momentan nicht im Fokus steht, liegt vor allem daran, dass die Akteure hoffen, dass China und Europa sich bis zu deren avisiertem Inkrafttreten in anderthalb Monaten schon irgendwie mit den USA einigen werden – wobei dahingehend bislang keine Bemühungen erkennbar sind. Und auch eine den deutschen Export stützende Wende der Euro/US-Dollar-Relation ist nicht in Sicht, während immer mehr deutsche Unternehmen im Zuge ihrer Quartalsbilanzen feststellen, dass der teure Euro sich bremsend bemerkbar macht. Also, woher kommt diese scheinbare Begeisterung der Marktteilnehmer für den DAX?

Da kann und muss man mit dem Finger auf die Charttechnik zeigen. Der DAX ist im zweiten Anlauf über die im Tageschart blau eingezeichnete Widerstandslinie gelaufen, die sich aus Zwischentiefs von November bis Anfang Januar und dem Zwischenhoch Ende Februar zusammensetzt. Ein kurzfristig bullisches Signal, auf das die Trader aufgesprungen sind. Sie sehen aber auch, ob im Wochen- oder im Tageschart, dass die eigentlich entscheidende Hürde erst noch bevorsteht: Die Widerstandszone 12.660/12.745 Punkte, bestehend aus der 200-Tage-Linie, der Wendemarke vom Juli 2017 und dem Januar-Verlaufstief.

Chart vom 19.04.2018, Kurs 12.585,57 Punkte, Kürzel DAX

Dieser Anstieg des DAX ist bislang eine reine Trading-Rallye. Das heißt nicht, dass er nicht weitergehen kann und mit einem signifikanten Anstieg über die Widerstandszone 12.660/12.745 Punkte nicht eine auch mittelfristige Wende möglich wäre. Aber man sollte im Hinterkopf behalten, dass das Gros derer, die aktuell auf der Long-Seite aktiv werden, Trader sind, die schnell dabei sind, die Fronten zu wechseln, wenn der DAX sich unterhalb der Zone 12.660/12.745 Punkte festfahren sollte.

Chart vom 19.04.2018, Kurs 12.585,57 Punkte, Kürzel DAX

Auch interessant:

Ist der russische Markt jetzt für Anleger interessant? Interview mit Robert Halver | LYNX fragt nach
Dax: Klares Warnsignal | LYNX Marktkommentar
Streik bei Ryanair- Jetzt in Airlines investieren? Interview mit Oliver Roth | LYNX fragt nach
Handeln über LYNX: Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • niedrige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
0800 5969 000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.DE
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN