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Software AG – Kurssturz gerechtfertigt?

Die Software AG unterstützt die digitale Transformation von Unternehmen. Mit der Digital Business Platform können Unternehmen besser mit Kunden interagieren, ihre Geschäftsmodelle weiterentwickeln und neue Marktpotenziale erschließen.
Im Bereich Internet der Dinge (IoT) bietet die Software AG ihren Kunden führende Lösungen zur Integration, Vernetzung und zum Management von IoT-Komponenten sowie zur Analyse von Daten und zur Vorhersage von zukünftigen Ereignissen auf Basis künstlicher Intelligenz.

Das Unternehmen ist in einigen Zukunftsfeldern gut positioniert und dieser Umstand sollte durchaus in die Bewertung mit einfließen. Man schmückt sich gerne mit großen Begriffen wie Cloud und IoT, doch die reale Performance kann man durchaus als durchwachsen bezeichnen.

Schwaches erstes Quartal

Die Kommunikation mit den Aktionären bietet durchaus Angriffsfläche. Heute veröffentlichte das Unternehmen die vorläufigen Zahlen zum ersten Quartal mit dem Titel „Software AG erhöht Ausblick 2018 für IoT & Cloud“.
Das ist durchaus richtig und dieser Bereich wächst stark, machte im ersten Quartal jedoch auch nur 3,5% des Gesamtumsatzes aus! In allen anderen Geschäftsbereichen war der Umsatz rückläufig und sank somit zum Vorjahr.

Auf den ersten Blick ist das nicht ersichtlich, in der Zusammenfassung findet man nur die Sahnestücke, die schlechten Nachrichten kommen auf der vorletzten Seite. Der Gesamtumsatz ist im ersten Quartal auf Jahressicht um 9,4% gefallen, das Ergebnis je Aktie stagniert wenigstens.

Auch langfristig wenig überzeugend

Doch ein schwaches Quartal ergibt noch lange kein vollständiges Bild, betrachten wir also die langfristigen Daten.
In den zurückliegenden zehn Jahren stieg der Umsatz von 621 auf 875 Mio. Euro, lag zwischenzeitlich jedoch schon über 1,1 Mrd. Euro und ist seit 2010 fast durchgehend rückläufig.
Der Gewinn je Aktie entwickelte sich ebenfalls über Jahre schleppend, das Ergebnis von 2010 konnte erst 2016 wieder übertroffen werden.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr war die Performance auch nicht überzeugend. Der Umsatz stieg um ein Prozent, das Nettoergebnis sank jedoch um 2% und der freie Cashflow gab gleich um 7% nach. Der Gewinn je Aktie lag mit 2,38 Euro quasi unverändert auf dem Vorjahresniveau von 2,37 Euro.

Angesichts dieser langfristig sowie kurzfristig wenig überzeugenden Performance und dem schwachen Jahresstart, sollte die Bewertung äußerst konservativ ausfallen. An der Börse wurde durchaus erkannt, dass auch die Zahlen zum ersten Quartal nicht überzeugen und die Aktie gibt nach.
Nach dem jüngsten Kurssturz ist das KGV auf 17 gefallen und könnte im laufenden Geschäftsjahr weiter auf 15,8 sinken. Bei nur 7-8% Gewinnwachstum in den nächsten Jahren, ist aber auch diese Bewertung noch kein Schnäppchen.

Charttechnischer Ausblick

Aus charttechnischer Sicht wird die Lage zunehmend problematischer. Mit dem heutigen Einbruch wurden die Tiefstkurse der letzten Wochen unterschritten und somit ein Verkaufssignal ausgelöst. Gelingt nicht umgehend eine Rückkehr über 41,00 Euro, drohen weitere Verluste in Richtung 37,50 Euro.
Zum Glück für die Bullen kommt langsam auch wieder die untere Aufwärtstrendlinie ins Spiel, auch hier besteht noch einmal die Chance, den Wert aufzufangen.

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