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J.P. Morgan: Gleich zwei bärische Candlestick-Signale!

Als das Ergebnis des ersten Quartals vor US-Handelsstart kam, wirkte alles bestens: Die Aktie der US-Großbank J.P. Morgan Chase & Co. legte vorbörslich zu und startete mit einem Plus von etwa 1,5 Prozent in den Handel. Doch dann ging es abwärts – und da wurde nicht lange gefackelt. Der Eröffnungskurs war nahezu auf den Cent genau das Tageshoch. Und nach fünf Minuten war das Plus dahin und die Aktie rutschte in negatives Terrain. Wieso? Auf den ersten Blick war das Ergebnis tadellos. Der Gewinn pro Aktie lag mit 2,37 US-Dollar über der durchschnittlichen Analystenprognose von 2,28 US-Dollar. Und vor allem lag es ein Drittel über dem Gewinn des Vorjahresquartals. Was kann es da zu mäkeln geben, zumal die Aktie, wie der längerfristige Chart auf Wochenbasis zeigt, gegenüber dem Kurs vor genau einem Jahr auch in der Größenordnung höher notiert, in der der Gewinn zugelegt hat? Zwei Aspekte störten die Anleger:

Zum einen hat der Umsatz zwar auch über den Prognosen gelegen, aber nur geringfügig. Und er stieg nur um gut zehn Prozent, also weitaus weniger als der Gewinn. Der Grund war die US-Steuerreform. Wie erwartet erzielen Unternehmen der Bankenbranche dadurch jetzt mehr Gewinn. Aber was wirklich zählt, ist der echte, operative Fortschritt. Und der dürfte ohne den Effekt der neuen Steuergesetze deutlich geringer ausgefallen sein, als der reine Gewinn pro Aktie suggeriert. Hinzu kam als zweiter Aspekt, dass J. P. Morgan meldete, dass ein Rekordgewinn im Aktienhandel sehr zum Anstieg des Gewinns beigetragen habe. Der sei vor allem durch die höhere Volatilität des ersten Quartals entstanden. Aber die ist womöglich nicht von Dauer. Alles in allem hatte man daher den Eindruck: Was da auf den Tisch kam, ist deutlich weniger grandios, als es der erste Eindruck vermittelte – und stieg gleich zum Handelsstart aus. Und immerhin hatte die Aktie da mit 115,15 US-Dollar nicht mehr viel unter dem bisherigen Verlaufsrekord bei 119,33 US-Dollar notiert, der Ende Februar erzielt worden war. Da fällt es leichter, auch mal Kasse zu machen. Doch mit dieser unmittelbar negativen Reaktion muss es nicht getan sein, denn:

Dadurch hat die Aktie gleich zwei potenziell bärische Formationen auf Basis der Candlestick-Charts ausgebildet. Auf Wochenbasis sehen wir einen Doji mit langem oberem Docht: Ein „Gravestone Doji“, der einen Wechsel zu Gunsten des bärischen Lagers andeutet. Und im Tageschart sehen wir ein „bearish engulfing pattern“, eine lange rote Kerze, die den Kerzenkörper des Vortages komplett einhüllt. Auch sie ist ein Indiz, dass die Bären das Ruder übernommen haben. Und das könnte auch deshalb erst der Anfang eines Abverkaufs sein, weil dadurch eine kurz- und mittelfristig wichtige Unterstützungszone in Reichweite gerät:

Chart vom 13.04.2018, Kurs 110,36 US-Dollar, Kürzel JPM

Sie sehen im Chart auf Wochenbasis, dass dadurch die bei 104 US-Dollar verlaufende, mittel- bis längerfristige Aufwärtstrendlinie ebenso in Schlagdistanz geraten ist wie das auf demselben Niveau liegende, bisherige Jahres-Verlaufstief (103,98 US-Dollar). Zudem liegen in diesem Bereich das markante Zwischenhoch vom Oktober bei 102,43 US-Dollar und die 200-Tage-Linie bei 102,37 US-Dollar. Wenn diese beiden negativen Candlestick-Indikationen zum Wochenstart Anschlussverkäufe auslösen, geht es damit gleich um den Bestand des mittelfristigen Aufwärtstrends. Und fiele diese Zone, wäre das nächste, sich anbietende charttechnische Kursziel der Bereich von 95 US-Dollar.

Chart vom 13.04.2018, Kurs 110,36 US-Dollar, Kürzel JPM

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