Börsenblick

Zurück August Weiter
Zurück 2018 Weiter

Puma – Die Bewertung ist ein Witz.

Puma ist eine der weltweit führenden Sportmarken, die Schuhe, Textilien und Accessoires designt, entwickelt, verkauft und vermarktet. Das Unternehmen stellt neben Eigenkreationen auch immer wieder Produkte in Kooperation mit angesagten Designern her. Zur Gruppe gehören insbesondere die Marken PUMA und COBRA GOLF sowie das Tochterunternehmen Dobotex.
Puma vertreibt seine Produkte in mehr als 120 Ländern und beschäftigt mehr als 13.000 Mitarbeitende weltweit.

Nicht gerade der Überflieger im Sektor

In den zurückliegenden zehn Jahren kletterte der Umsatz von 2,5 auf 4,1 Mrd. Euro. Die Margen waren jedoch rückläufig.
Dementsprechend entwickelte sich der Gewinn je Aktie im gleichen Zeitraum schlechter als der Umsatz und ist sogar gesunken. Erst in den letzten Jahren geht es wieder spürbar aufwärts.

Zwischenzeitlich wurde kaum mehr ein positives Ergebnis erzielt, das Unternehmen hatte große Probleme und die Margen brachen ein. Dieser Umstand ist auch am freien Cashflow abzulesen, er stagniert seit einem Jahrzehnt im Bereich von 100 Mio. Euro.
Für sich alleine genommen ist diese Performance schon schlecht genug, doch im Vergleich zur Konkurrenz wird klar, dass man zunehmend abgehängt wird.

Während Puma den Umsatz in den zurückliegenden zehn Jahren um 64% gesteigert hat, kommen die größten Konkurrenten Adidas und Nike beide auf ein Plus von rund 100%. Während Puma beim Cashflow und Gewinn je Aktie bestenfalls stagniert, haben sich die Werte bei Adidas und Nike durchweg verdoppelt und verdreifacht.

Die Bewertung ist mehr als ambitioniert

Angesichts dieser Daten sollte man davon ausgehen, dass die Bewertung eher moderat ausfallen sollte, doch das Gegenteil ist der Fall. Puma ist bei einem Nettoergebnis von 136 Mio. und einem freien Cashflow von 104 Mio. Euro an der Börse ganze 6,5 Mrd. Euro Wert. Multiplikatoren von 45 und 60!
Das Unternehmen gehört zu den Branchenverlierern, ist jedoch wie ein kometenhafter Wachstumswert bewertet.

Das KGV liegt bei 45,9 und könnte in diesem Jahr auf 32 fallen. Ein großer Schritt, jedoch noch immer eine luftige Bewertung.
Wenden wir die Faustregel der Investorenlegende Peter Lynch an: Puma müsste in den nächsten fünf Jahren den Gewinn jährlich um 32% oder mehr steigern, um diese Bewertung zu rechtfertigen.

Puma hat am 12.April zwar die Prognose erhöht, doch das Unternehmen selbst erwartet bis 2022 aber „nur“ ein Umsatzwachstum von 10% pro Jahr. Die EBIT-Marge soll im gleichen Zeitraum von derzeit 5,9% auf 10% steigen. Daraus ergäbe sich ein EBIT von 660 Mio. Euro, was einem Gewinnwachstum von 22% per annum entsprechen würde, aber eben nicht 32%. Selbst wenn die Ziele erreicht würden, wäre Puma noch überbewertet.

Darüber hinaus ist es äußerst fragwürdig, ob diese Ziele erreicht werden können. Ich behaupte, es ist nicht möglich. Aus dem Nachzügler der Branche müsste der absolute Überflieger werden.
Weder Adidas noch Nike ist es gelungen, auch nur Eines der drei angestrebten Kunststücke zu vollführen:
Selbst in 10 Jahren konnten die beiden Platzhirsche die Marge nicht nahezu verdoppeln, man konnte nicht über etliche Jahre um 10% wachsen und schon gar nicht den Gewinn auch nur annähernd um 20% p.a. steigern.

Der größte Aktionär verlässt das Schiff

Woher sollen also für die Aktionäre noch Kursgewinne kommen? Das KGV kann kaum mehr steigen, die Bewertung ist extrem und der Ausblick ist bereits so rosig, wie es nur sein könnte. Werden die hohen Erwartungen nicht erfüllt, könnte es hingegen drastisch abwärts gehen. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist bei Puma schlichtweg aus dem Gleichgewicht geraten.
Selbst der größte Aktionär Kering scheint diese Meinung zu teilen und will seine Beteiligung von 86% auf 16% geradezu zerschlagen. Die Profis wissen warum und wer könnte detaillierte Einblicke haben als der Eigentümer selbst?

Charttechnischer Ausblick

Die Aktie befindet sich in einem stabilen Aufwärtstrend, ist allerdings auch am oberen Ende der Handelsspanne angekommen. Puma hat binnen weniger Woche um mehr als 50% zugelegt. Man könnte es auch als Hysterie bezeichnen, daher ist alles möglich, auch gegen jede Vernunft weiter steigende Kurse.
Nach der massiven Rallye seit Anfang des Jahres, wäre aber zumindest eine Korrektur angebracht. Mögliche Kursziele liegen bei 390,00 und 361,00 Euro, gesünder wären noch tiefere Kurse.

20180413-puma-die-bewertung-ist-ein-witz

Auch interessant:

Sommerflaute an den Börsen – Nicht mit Optionen! Webinar 16.08.18 Claudia Jankewitz | LYNX
"Negativer DAX-Trend: Unterstützung muss halten" - Interview mit Arthur Brunner | LYNX fragt nach
Ist der russische Markt jetzt für Anleger interessant? Interview mit Robert Halver | LYNX fragt nach
Handeln über LYNX: Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • niedrige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
0800 5969 000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.DE
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN