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S&P 500: Käufe kontra Fakten … wie lange geht das noch gut?

Schwache Arbeitsmarktaten im März, ein schon wieder gestiegenes Handelsbilanzdefizit im Februar: Die vergangene Woche brachte keine guten Nachrichten hinsichtlich des von den Anlegern wegen der unterstellten Wunderwirkung der US-Steuerreform erwarteten und von Donald Trump vorhergesagten Wachstums. Dass Chinas Präsident im Streit um die Einfuhrzölle nachgegeben hat, wie man bei oberflächlicher Analyse von dessen Rede in der Nacht zum Dienstag auf dem Asien-Wirtschaftsforum denken könnte, dürften nur blauäugige Anleger glauben. Und dass der US-Präsident Raketenangriffe auf Syrien ankündigte, während man zugleich noch prüft, ob es sich bei der Grundlage dieser Attacken wirklich um einen Giftgasangriff durch das syrische Assad-Regime gehandelt hat, zeigt: Das Weiße Haus läuft langsam aus dem Ruder. Und wer kann, bringt Distanz zwischen sich und den Präsidenten: Am Dienstag war der Trumps Homeland Security-Berater Bossert zurückgetreten, gestern Abend folgte die stellvertretende nationale Sicherheitsberaterin Nadia Schadlow. Und ebenfalls gestern verloren die Republikaner mit Paul Ryan einen ihrer prominentesten Köpfe: Der erklärte, er werde bei den Zwischenwahlen im November nicht mehr antreten. Zwar gab er als Grund die Familie an. Aber der zeitliche Zusammenhang zu dem immer heftigeren Konfrontationskurs der US-Regierung dürfte kaum ein Zufall sein. Doch am Aktienmarkt tut man so, als sei alles in Ordnung. Oder täuscht das Bild?

Expertenmeinung: Das tut es. Und das Problem derer, die alles in den Ring werfen, um den Bruch der entscheidenden Unterstützungen beim marktbreiten S&P 500 ebenso wie bei Dow Jones und Nasdaq 100 zu verhindern ist: Die Bären wissen das auch. Auf den ersten Blick wirkt das Chartbild des S&P 500, als würde da gerade eine solide Bodenbildung ablaufen und dadurch ein über dem Tief des Februars liegendes Tief in einen neuen Aufwärtsimpuls münden. Was in der Tat dann gelingen würde, wenn die Zwischenhochs der vergangenen zwei Wochen bei 2.675 Punkten überwunden werden. Dann wäre der Weg immerhin bis zur Januar-Abwärtstrendlinie bei 2.755 Punkten frei. Und es würde ja nicht mehr viel fehlen bis zu diesem Widerstand bei 2.675 Punkten, zumal der Trendfolge-Indikator MACD bereits ein knappes Kaufsignal generiert hat. Der Haken ist, dass die Rahmenbedingungen eher für einen markanten Baisse-Schub sprechen und das Lager der Verteidiger immer wieder damit zu tun hat, abrutschende Kurse wieder aufzukaufen. So z.B. am Dienstag, nachdem das kräftige Minus des Freitags am Montag zunächst aufgeholt schien, die zeitweiligen Gewinne aber zum Handelsende wieder abverkauft wurden und die Bullen von vorne anfangen mussten. Auch am Mittwoch konnte man froh sein, mit einem eher glimpflichen Minus davongekommen zu sein: Vor Handelsbeginn hatten die Futures deutlich tiefer notiert. Die Notwendigkeit zu einer permanenten Defensive verbraucht Kapital und Nerven. Lange werden die Bullen das nicht durchhalten – und die entscheidenden Unterstützungen, deren Bruch die Schleusen öffnen würden, liegen mit 2.532 (Jahrestief), 2.580 (mittelfristige Aufwärtstrendlinie) und 2.597 Punkten (200-Tage-Linie) nicht weit entfernt. Die Faktenlage ist bereits bärisch, nur haben die Verteidiger noch nicht aufgegeben. Das erinnert ein wenig an die Schlacht von Alamo … und es wäre keine Überraschung, wenn dieser Abwehrkampf der Bullen genauso ausgehen würde.

Chart vom 11.04.2018, Kurs 2.642,19 Punkte, Kürzel SPX

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