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Euro/US-Dollar: Schwacher Greenback als Spiegel der US-Politik

Würde die grundsätzliche Regel, dass diejenige Währung, in deren Land das höhere Wachstum und die höheren Zinsen vorherrschen, automatisch die stärkere von zwei Währungen ist, auch bei Euro/US-Dollar zutreffen, müsste der US-Dollar stark und der Kurs zum Euro bei 1,05 oder tiefer stehen. Aber die USA reden den US-Dollar nicht nur schwach, weil sie durch den auch gegen andere Währungen gedrückten Greenback ihren Export stützen und so das Wachstum aufrechterhalten. Der US-Dollar wird auch durch die Zündelei der US-Regierung schwach gehalten. Und steigende Anleihezinsen, eine Folge des wirtschafts- und geopolitischen Konfrontationskurses, bedeuten zunächst einmal Kursverluste für diejenigen, die sich da einkaufen, bevor das Renditeniveau kein Hoch erreicht hat. Das dämpft die Nachfrage. Und am Aktienmarkt wird zwar immer noch darum gerungen, die letzten Tiefs zu halten. Aber vor allem der Umstand, dass die Euro-Börsen nicht wie früher nahezu willenlos mitlaufen, deutet an, dass ausländische Investoren hinsichtlich US-Investments immer vorsichtiger werden, dieser scheinbaren Stabilität nicht trauen. Das dämpft die Nachfrage nach US-Dollars. Der Verlust von Vertrauen bei der internationalen Anlegerschaft kann schwer wiegen – und dazu führen, dass der US-Dollar zum Euro in den kommenden Wochen und Monaten womöglich sogar noch schwächer wird.

Expertenmeinung: Der Chart zeigt, dass der Anstieg des Euro zum US-Dollar zwar seit Mitte Januar zum Erliegen kam. Aber was sich zunächst als potenzielle Toppbildung präsentierte, wird mehr und mehr zu einer ausgedehnten Seitwärts-Konsolidierung. Der ideale Zeitpunkt für eine Wende des Euro nach unten wäre Anfang März gewesen, als ein Doppeltopp kurz vor der Vollendung stand. Diese Chance wurde liegen gelassen. Und das zunehmende Misstrauen gegenüber dem US-Markt birgt jetzt die Chance, dass der zuvor überkaufte, jetzt aber markttechnisch konsolidierte Euro/US-Dollar-Kurs diese Handelsspanne zwischen 1,2092 und 1,2556 US-Dollar tatsächlich nach oben verlässt, der US-Dollar also noch schwächer wird. Die nächsten charttechnischen Widerstände lägen allerdings nicht allzu weit entfernt: das Jahrestief 2013 wartet bei 1,2745 US-Dollar, die langfristige, aus dem Jahr 2011 stammende Abwärtstrendlinie bei 1,2800 US-Dollar. Sollte diese Zone ebenfalls überboten werden, wäre das schon fast eine Kapitulation der US-Währung, die am US-Aktien- und US-Anleihemarkt nicht ohne Folgen bliebe. Aber würde man im Weißen Haus weiter „zündeln“, wäre das zumindest nicht unmöglich.

Chart vom 11.04.2018, Kurs 1,2362 US-Dollar, Kürzel EUR.USD

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