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US-Dollar/Yuan: Es geht nicht um die Zölle allein!

Dieser Chart zeigt ein Element, das sich mindestens ebenso stark auf die Entwicklung des Warenflusses zwischen den USA und China auswirkt wie die Höhe der Einfuhrzölle: Die Relation des chinesischen Yuan zum US-Dollar. Momentan tut man so, als wäre das völlig unwichtig und kein Grund für eine der beiden Seiten, daran zu rütteln, vergleichbar mit dem sich für die US-Exporteure so günstig auswirkenden, steigenden Euro zum US-Dollar. Aber hinter verschlossenen Türen ist die Entwicklung der Wechselkurse natürlich ein Thema. Denn selbstredend ist es ein Unterschied, ob chinesische Waren in den USA zehn Prozent teurer oder billiger verkauft werden können oder ob die US-Exporteure durch einen schwachen US-Dollar bessere Bedingungen für den Verkauf ihrer Produkte in China haben oder ob ein starker US-Dollar sie behindert. Was wir hier sehen, ist der Verlauf aus Sicht des Yuan, d.h. der Chart bildet ab, wie viel Yuan man für einen US-Dollar bezahlen muss. Und da stellt man überrascht fest:

Expertenmeinung: Eigentlich müsste das gewaltige Handelsbilanzdefizit der USA zu China längst schrumpfen. Denn der seit Anfang 2017 laufende Abwärtstrend der Währungsrelation heißt ja, dass man sukzessive weniger Yuan für einen US-Dollar auf den Tisch legen muss. Das bedeutet, dass der US-Dollar sukzessive schwächer wird, die US-Exporteure also ein für sie günstiges Währungsklima in China vorfinden, während chinesische Exporte in die USA durch den starken Yuan gebremst werden. Dass dieser Abstieg des US-Dollars keinen spürbaren Effekt zeitigt, dürfte für das Weiße Haus überaus ernüchternd und mit ein Grund sein, warum man jetzt mit der Brechstange höherer Einfuhrzolle versucht, chinesische Importe einzudämmen. Was aber auch deswegen gewagt ist, weil China seine Währung durchaus steuern kann. Dort könnte man, wenn die USA zu aggressiv vorgehen, neben dem Knüppel der riesigen Bestände an US-Staatsanleihen, die man auf den Markt werfen und die USA damit in ernste Schwierigkeiten bringen könnte, auch den Wert des Yuan wieder „nach oben pflegen“. Das würde die Entwicklung sicherlich eskalieren lassen … aber es ist fraglich, ob die US-Regierung dann, wenn China auch noch diesen Joker ziehen würde, eine Chance hätte, diesen vom Zaun gebrochenen Konflikt zu gewinnen. Würde der Yuan zum US-Dollar über die markante, durch die bei 6,53 Yuan nach oben abgeschlossene Widerstandszone zwischen 6,44 und 6,53 Yuan hinaus steigen, wäre das ein Signal, dass China hier eine weitere Front aufgemacht hat.

Chart vom 10.04.2018, Kurs 6,28 CNY, Kürzel USD.CNY

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