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DAX: Eine reine Glaubensfrage

Als die US-Indizes am Montagabend das Gros ihrer vorherigen Gewinne zum Handelsende wieder abgaben, waren sich viele sicher, dass das auch die Versuche des DAX, sich Stück für Stück nach oben abzusetzen, beenden würde. Doch zum Handelsstart in Europa waren die US-Verkäufe des Montagabends über die US-Index-Futures bereits wieder aufgeholt. Die Aufwärtsbewegung konnte somit auch beim DAX weitergehen. Es reichte am Dienstag immerhin für ein Plus von 1,1 Prozent auf knapp 12.400 Punkte. Doch die Skepsis bleibt mit Händen greifbar. Und das Argument derer, die mit Blick auf einen neuen, nachhaltigen Aufwärtstrend des DAX abwinken, klingt im ersten Moment einleuchtend:

Die US-Politik bringt die US-Wirtschaft zusehends in Schwierigkeiten. Die Steigerung des auf Normalniveau dahin dümpelnden Wachstums bleibt bisher aus, dafür steigen die Risiken im internationalen Handel. Das wiederum bedeutet, dass die US-Aktienmärkte großes Risiko auf der Unterseite aufweisen, das, wenn aus dem reinen Risiko ein faktischer Abwärtsimpuls wird, den DAX unweigerlich mitreißen würde. Das klingt plausibel, immerhin ist es eher die Regel als die Ausnahme, dass europäische Indizes markanten US-Vorgaben nahezu willenlos folgen. Aber diejenigen, die momentan vorsichtig beim deutschen Leitindex auf Einkaufstour gehen, halten ein durchaus taugliches Argument dagegen:

Wenn die USA sich selbst in den Abgrund bugsieren, indem man sich seitens der Handels- und der Außenpolitik zusehends isoliert, warum sollte das den europäischen Unternehmen nicht zum Vorteil gereichen? Die wirklich wachstumsträchtigen Märkte für die Exporteure sind Asien und Amerika außerhalb der USA. Und wenn die USA z.B. durch Strafzölle in China ausgebremst werden, würde das den Euro-Exporteuren nur nützen. Warum sollte Europa nicht der lachende Dritte sein? Zumal man beim DAX derzeit in Bezug auf das Kurs/Gewinn-Verhältnis eine bei Weitem günstigere Bewertung vorfindet als bei den US-Aktienindizes.

Auch das klingt plausibel. Aber solange offen bleibt, ob sich die Strafzoll-Streithähne gütlich einigen, bevor die höheren Zölle in Kraft treten, bleibt der DAX eine „Glaubensfrage“ und die Charttechnik das kurzfristig wichtigere Element. Und da sendet der Index auf Wochenbasis ebenso wie im Tageschart vor allem eine Botschaft: Die Chance ist da, aber die Wende nach oben ist noch nicht in Stein gemeißelt. Positiv ist, dass der DAX seit Anfang Februar zwei tiefer liegende Zwischentiefs ausgebildet hat und trotzdem umgehend wieder Kaufneigung auftrat. Und die Markttechnik generiert bullischen Rückenwind: Der Stochastik-Oszillator auf Wochenbasis hat aus der überverkauften Zone heraus ein Kaufsignal generiert, der MACD auf Tagesbasis ist seit der Rückeroberung der 20-Tage-Linie ebenfalls wieder bullisch. Aber:

Chart vom 10.04.2018, Kurs 12.397,32 Punkte, Kürzel DAX

Trotzdem sehen wir hier bis jetzt nur eine Gegenreaktion, wie sie der DAX auch Anfang März gezeigt hatte. Der Tageschart macht deutlich, dass sich der Index seit Oktober in zwei Handelsspannen teilen lässt, deren markanteste Trennlinie die aktuell bei 12.664 Punkten verlaufende 200-Tage-Linie ist. Diesen mittelfristig bedeutsamen gleitenden Durchschnitt sowie die Widerstandslinien bei 12.678 und 12.745 Punkten müsste der deutsche Leitindex überwinden, dann wäre der Weg für die Bullen in die obere Handelsspanne frei. Bis dahin bleibt der Index ein „Wende-Kandidat auf Abruf“ und nur für risikofreudige Trader für einen Long-Trade geeignet.
Chart vom 10.04.2018, Kurs 12.397,32 Punkte, Kürzel DAX

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