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MediGene: Viel Luft … nach unten?

Bei einem Biotechunternehmen wie MediGene gelten etwas andere Maßstäbe, was die Erwartungshaltung der Investoren angeht. Man weiß, dass es viel Zeit und Geld kostet, neue Wirkstoffe zu entwickeln und die dann irgendwann so zu vermarkten, dass aus roten schwarze Zahlen in der Bilanz werden. Aber wenn die Gewinnschwelle weiterhin so fern scheint wie bei MediGene, reagieren dennoch nicht wenige Akteure enttäuscht. Die am 22. März präsentierte Bilanz des Jahres 2017 ging mit einer Prognose einher, die sinkende Umsätze und steigende Verluste avisierte. Und was noch schwerer wog: Da war nichts davon zu lesen, dass MediGene in den Fokus eines größeren Pharmaunternehmens geraten sein könnte, das an eine Übernahme denkt. Denn diese Spekulation war immer wieder aufgekommen – mit dem Hintergedanken, dass den Anlegern dann ein äußerst lukratives, weit über dem aktuellen Kurs liegendes Abfindungsangebot für ihre Aktien ins Haus flattern könnte.

Expertenmeinung: Diese Hoffnung ist erst einmal verblasst – kein Wunder, dass MediGene als Reaktion auf diese Perspektiven am 22. März kräftig unter die Räder kam und, wichtiger noch, in den beiden Tagen darauf Anschluss-Verkäufe sah, die bislang nicht auf nennenswerte Gegenwehr des bullischen Lagers gestoßen ist. Und das bringt die Aktie in eine Situation, in der es jetzt jederzeit mit nur einem schwachen Handelstag zu einem Short-Signal mittelfristiger Tragweite kommen kann. Sie sehen im Chart, dass diese Verkäufe als Reaktion auf die enttäuschten Hoffnungen der Anleger Ende März zum Test einer doppelten, mittelfristig relevanten Unterstützung geführt hat: Der Kurs setzte am 26. März knapp über der 200-Tage-Linie und der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie auf. Diese beiden Linien, die ja langsam höher laufen, verlaufen aktuell bei 13,04 bzw. 12,95 Euro. Das Tief dieses 26. März lag bei 13,02 Euro. Würde MediGene diesen Bereich auf Schlusskursbasis und, mit Rücksicht auf kurzfristige Verzerrungen aufgrund der Marktenge dieses Papiers, mit Schlusskursen unter 12,75 Euro wirklich deutlich unterbieten, wäre der Weg nach unten aus charttechnischer Sicht erst einmal frei. Ohne die Erwartung eines Übernahmeangebots und kurzfristig besserer Bilanzdaten wäre es dann durchaus keine Überraschung, wenn MediGene zügig einen Test des November-Tiefs bei 10,25 Euro vollziehen würde … womöglich sogar nur als eine erste Etappe.

Chart vom 09.04.2018, Kurs 13,85 Euro, Kürzel MDG1

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