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Nasdaq 100: Machen die Bären heute den Sack zu?

Investoren brauchen nicht zwingend einen unmittelbaren Auslöser, um zu kaufen oder im Gegenzug auszusteigen. Für den Verkauf kann ein Argument schon lange zurückliegen, aber kurzfristig wieder präsent werden. Oder es kann etwas sein, das als potenzielles, nicht eingrenzbares Risiko wahrgenommen wird und das Gefühl auslöst, es sei besser, die Segel zu streichen. Wobei es eben vor allem das „Gefühl“ ist, auf das es ankommt. Und das braucht keine rationalen Argumente. Es reicht, wenn ein flaues Gefühl in der Magengrube entsteht. Und weil darauf fallende Kurse weitaus mehr Einfluss haben als rationale Argumente, kommt es bisweilen zu Verkaufslawinen, nach deren unmittelbaren, rationalem Auslöser man vergeblich sucht. In manchen Situationen reicht es, wenn ein, zwei Aktien ins Trudeln geraten, um einen ganzen Index unter Druck zu setzen.

Im Fall des Nasdaq 100 waren das allen voran Facebook und Tesla. Aber sie waren eben nur ein Auslöser, um sich Fragen zu stellen, deren Antworten dazu führten, dass die Marktteilnehmer den Rückzug antraten. Was dazu führte, dass es jetzt auch für den Nasdaq 100, der im Gegensatz zu Dow Jones und S&P 500 noch vor zwei Wochen erneut auf Rekordhochs lief, heißt: Sekt oder Selters.

Solange der Nasdaq 100 wie ein Strich stieg, verschwendeten die meisten Akteure keinen Gedanken daran, ob sich ein solcher Trend allzu lange würde fortsetzen können oder die Zugpferde des Index womöglich längst überbewertet sein könnten. Und als es gelang, den blitzartigen Absturz Ende Januar/Anfang Februar nicht minder blitzschnell wieder aufzuholen, ja sogar das vorherige Rekordhoch zu überbieten, wurde das als Beleg dafür genommen, dass man sich um eine Trendwende keine Gedanken machen muss. Doch wenn es aus vermeintlicher Sicherheit heraus schlagartig doch anders kommt, trifft das viele Akteure mehr, als wenn man ohnehin schon lange auf einen irgendwann unumgänglichen Rücksetzer gewartet hätte. So erkennen jetzt viele Akteure, dass sie womöglich doch nur im Auge eines Taifuns gestanden haben, denn schlagartig ist der Nasdaq 100 zurück in der charttechnischen Gefahrenzone. Da stellen sich dann Fragen wie:

Was wäre, wenn ein eskalierender Handelskrieg als Antwort Europas oder Chinas Restriktionen für Unternehmen wie Apple, Alphabet oder amazon.com nach sich ziehen würde? Und dieses Unbehagen würde umgehend zu blankem Entsetzen, wenn die Charttechnik den Weg des Nasdaq 100 nach unten freigeben würde. Das ist noch nicht der Fall, aber dass der montägliche Versuch eines Befreiungsschlags gleich am Folgetag durch ein „bearish engulfing pattern“ torpediert wurde und es am Mittwoch nicht gelang, erneut ein Zeichen zur Verteidigung der entscheidenden Unterstützungen zu setzen, mach die Sache jetzt für die Bullen gefährlich, für die Bären verheißungsvoll.

NDX_2018_03_29_Day

Sobald der Index mit Schlusskursen unter 6.167 Punkten alle vier mittelfristig relevanten Unterstützungen, konkret die Juli-Aufwärtstrendlinie (6.440 Punkte), die aus dem Sommer 2016 stammende, mittelfristige Aufwärtstrendlinie (6.339 Punkte), die 200-Tage-Linie (6.263 Punkte) und das Februar-Tief (6.167 Punkte) durchschlagen würde, wäre nach unten nichts mehr unmöglich. Dass bis zum unteren Ende dieser Zone noch 300 Punkte fehlen, wird die Bären wohl kaum abschrecken. Denn der Dienstag hat gezeigt, dass 300 Punkte beim Nasdaq 100 derzeit eine Distanz sind, die er binnen nur eines Tages zurücklegen könnte.

NDX_2018_03_29_Week

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