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Amazon – Wo würde ich wieder kaufen?

Die Analyse zu Amazon erscheint im Zuge des Leitartikels Schlachtplan und Einkaufsliste für den Crash
Brechen die Märkte weiter ein oder nicht? Fest steht: Sie brauchen einen Plan für beide Szenarien! Wenn Sie vorbereitet sind, wissen Sie was zu tun ist und müssen nicht spontan oder emotional reagieren. Damit sind Sie dem Großteil aller Anleger überlegen und können bessere Entscheidungen treffen.

Amazon verlangt eigentlich keine Vorstellung, das Unternehmen gehört sicher zu den bekanntesten überhaupt. Über die eigene Plattform Marketplace werden von Händlern wie auch von Amazon selbst Waren aus beinahe allen Bereichen der Konsumgüterindustrie angeboten.

Ein eigenes Ökosystem

Doch die die Zeiten in denen das Kerngeschäft im Bereich Bücher lag sind längst vorbei. Inzwischen entwickelt sich das Unternehmen konsequent zu einem Vollausstatter für das gesamte Leben. Für den Konzern scheint Stillstand ein Fremdwort zu sein, man rückt einer Branche nach der anderen zu Leibe.

Amazon ist inzwischen Marktführer im hochprofitablen Cloud- Bereich. Mit Prime Video und Music ist man einer der weltweit führendenden Anbieter von Video- sowie Musik-Streaming. Amazon Pantry deckt den Bereich Haushaltswaren immer stärker ab, Gleiches gilt für Amazon Basics im Milliardenmarkt der Elektronik-Kleinteile. Still und leise hat man eigene Bekleidungsmarken gegründet und ist zum Marktgang direkt mit 1.800 Artikeln gestartet. Darüber hinaus betreibt das Unternehmen einen eigenen Zahlungsdienstleister.

Im Bereich vernetztes Heim ist man mit Alexa, echo und FireTv wohl ebenfalls die globale Nummer eins. Das Fire Tablet ist auf dem Portal in kürzester Zeit zum bestverkauften Tablet aufgestiegen. Am Beispiel des Kindle eReaders kann man erkennen, wie schnell es Amazon gelingt, neue Standards zu setzen und einen Markt zu erobern. Das Gerät ist in seinem Segment faktisch zum Maß aller Dinge geworden.

Amazon hat ein Ökosystem für das gesamte Leben geschaffen und alles ist vernetzt. Nutzt ein Kunde einen der Services, ist die Chance groß, dass er auch weitere in Anspruch nehmen wird. Wer ein Kindle besitzt, wird auch in Zukunft Bücher darüber bestellen.  Doch die Vernetzung und Kraft des Ökosystems geht weit über dieses Beispiel hinaus. Für den User macht es an einem Punkt schlichtweg keinen Sinn mehr, überhaupt Alternativen zu erwägen.

Kundenzufriedenheit und Kundenbindung sind erstaunlich hoch und daher wird sich Amazon auch in Zukunft gegen alle Konkurrenten durchsetzen.

Amazon macht doch aber keinen Gewinn!

Dieser Umstand spiegelt sich selbstverständlich auch in den Unternehmenszahlen. In den zurückliegenden zehn Jahren stieg der Umsatz von 19,1 auf 177,8 Mrd. USD. Gleichzeitig legte die Bruttomarge von 22,3 auf 37,1% zu. Daraus ergibt sich für das zurückliegende Geschäftsjahr ein Bruttogewinn von immerhin 65,7 Mrd. USD. Am ende bleibt jedoch nur ein mageres Nettoergebnis von 3,0 Mrd. USD übrig. Diesen Umstand haben Kritiker in der Vergangenheit immer wieder aufgegriffen. Auf den ersten Blick ist das verständlich, ich halte die Argumentation jedoch nicht für zielführend.

Amazon investiert die erzielten Gewinne umgehend in die weitere Expansion, ohne diese Investitionen wäre es unmöglich gewesen die Marktführerschaft in so vielen Branchen zu erreichen und derartige Wachstumszahlen zu generieren.
Als Anleger muss man sich fragen, wo der höhere Nutzen für das Unternehmen und den Aktionär liegt. Sollte Amazon besser einen höheren Gewinn ausweisen, Steuern zahlen und die Investitionen zurückfahren oder lieber alles reinvestieren, keine Steuern zahlen und weiter wachsen?

Bei privaten Unternehmen stellt sich diese Frage überhaupt nicht. Selbstverständlich versuchen sie ihren ausgewiesenen Gewinn möglichst gering zu halten, die Eigentümer haben Interesse daran. An der Börse läuft es oft genau gegenteilig. Aktiengesellschaften versuchen einen möglichst hohen Gewinn zu melden. Ändert sich dadurch aber wirklich etwas an der realen Ertragskraft?

Darüber hinaus sind die reinvestierten Gelder nicht einfach weg, es wurden auf der ganzen Welt riesige Logistikzentren und Serverfarmen errichtet und zahlreiche neue Produkte geschaffen, die sich reißendem Absatz erfreuen. Amazon ist auch kein Geldvernichter und generiert jedes Jahr einen positiven freien Cashflow.

Die Investorenlegende Bill Miller hat es sinngemäß treffend auf den Punkt gebracht: „Wer denkt, dass der Börsenwert Amazon‘s von 400 Mio. auf 400 Mrd. USD steigt, ohne dass reale Werte geschaffen werden, muss verrückt sein.“
(Anmerkung: Der Börsenwert liegt inzwischen bei rund 715 Mrd. USD)

Wie kann man Amazon bewerten?

Beim Blick auf die Zahlen wird klar, dass gängige Bewertungsmodelle wie KGV nicht funktionieren. Amazon ist aber nicht das einzige Unternehmen, auf das dieser Umstand zutrifft. Wirft man jedoch einen Blick auf den Bruttogewinn und den operativen Cashflow, ergibt sich erstaunliches Bild.

Die Aktie bewegt sich seit Jahr und Tag im Gleichklang mit diesen Zahlen. Selbstverständlich schwankt der Multiplikator im Jahresverlauf, lag aber in der zurückliegenden Dekade in jedem einzelnen Jahr in derselben Spannungsbreite. Für 2017 hätte sich dieser Berechnung zufolge eine mögliche Handelsspanne von 650 bis 1.3.00 USD ergeben. Tatsächlich schwankte der Wert zwischen 747 und 1.213 USD.
Viel interessanter für Sie ist aber sicher die mögliche Handelsspanne für dieses Jahr, sie liegt meinen Berechnungen zufolge zwischen 1.000 und 1.700 USD.

Charttechnischer Ausblick – Wo würde ich noch mehr kaufen?

Die Aktie ist übergeordnet klar bullisch und ein klarer Outperformer. Im Zuge des jüngsten Rücksetzers, wurde bereits der erste Aufwärtstrend und somit auch die erste Kaufzone bei 1.430 USD erreicht. Weitere wichtige Unterstützungen befinden sich bei 1.350 sowie 1.200 USD. Da ich bereits seit geraumer Zeit investiert bin, würde ich gerne zwischen 1.300 und 1.350 USD weiter aufstocken.

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