Börsenblick

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thyssenkrupp: Aufgeschoben ist eben nicht aufgehoben

Das Damoklesschwert einer vollendeten, großen Toppbildung hängt weiterhin unerbittlich über der Aktie des Stahl- und Industriekonzerns thyssenkrupp. Dass es dem Bundeswirtschaftsminister gelang, für Europa in Bezug auf die Strafzölle auf Stahl und Aluminium einen Aufschub herauszuholen, wertet niemand als einen Schritt hin zu einer Aufhebung dieser Zölle. Denn was man vergangene Woche schon ahnte, wurde durch den „Deal“ der USA mit Südkorea Realität: Wenn die USA jemanden von diesen Zöllen ausnehmen, wollen sie dafür eine Gegenleistung. Und natürlich würde diese Gegenleistung keine kleinere Belastung für das betroffene Land als die Alternative dieses Strafzolls sein. Da man zweifelt, ob die EU so mit sich wird umspringen lassen, sieht man die herausgeholte „Gnadenfrist“ bis Anfang Mai tatsächlich nur als einen kurzen Aufschub an, der am eigentlichen Problem nichts ändern wird. Bemerkenswert ist, dass der Konzern zwar unmittelbar nach dem Avis der Strafzölle Anfang März betonte, selbst davon aufgrund einer eher geringen US-Exposition weniger betroffen zu sein. Aber das beruhigte niemanden. Warum?

Expertenmeinung: Weil thyssenkrupp zugleich darauf hinwies, dass durch sogenannte „Kaskadeneffekte“ dennoch eine nicht absehbare Beeinträchtigung erfolgen könnte, d.h. wenn Stahlimporte z.B. aus Asien oder Brasilien, die sonst in die USA gegangen wären, nach Europa fließen und auf die Preise drücken. Hinzu kam, dass die Mitte Februar veröffentlichten Ergebnisse für das vierte Quartal 2017 für die Anleger ein Haar in der Suppe aufwiesen. Denn einerseits fiel der Gewinn deutlich höher aus als gedacht, andererseits war es das Stahlgeschäft und nicht der Industriebereich, der sich dafür verantwortlich zeichnete. Also schlussfolgerte man, dass dieser Gewinn in diesem Umfeld drohender Exportbarrieren schnell wieder dahin sein könnte – und kaufte nicht. Dieser Chart über vier Jahre zeigt dabei, dass dieses „nicht kaufen“ ohnehin auffällig ist: Seit Ende Januar kam es zu keiner nennenswerten Gegenbewegung, während der Leitindex DAX zwischenzeitig mehrfach versuchte, sich wieder nach oben zu schieben. thyssenkrupp steht klar im Fokus der Bären – und dementsprechend ist die Chance gut, dass die derzeitig entscheidenden Unterstützungen, die eine Toppbildung doch noch vollenden, kurzfristig fallen und den Weg Richtung 19,40 Euro als erstes und 16,60 Euro als zweites, mittelfristiges Kursziel freigeben. Die eigentliche Nackenlinien-Zone der Toppbildung findet sich bei 21,05/21,35 Euro. Aber da diese Zone Anfang März kurzzeitig unterboten wurde und sich die Aktie doch wieder darüber retten konnte, kommt es vor allem auf dieses Verlaufstief vom 5. März bei 20,67 Euro an. Sollte dieser Punkt auf Schlusskursbasis unterboten werden, wäre der Weg nach unten aus charttechnischer Sicht frei.

Chart vom 26.03.2018, Kurs 21,10 Euro, Kürzel TKA

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