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Südzucker – Ausblick schockt Anleger, Gewinneinbruch um über 70%

Südzucker ist der weltweite Marktführer im traditionellen Zuckerbereich und produziert jährlich über 4,7 Mio. Tonnen der Süßware. Das Unternehmen ist zu 56% in Besitz von Rübenbauern, die über die Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG einen Anteil von 56 % am Kapital halten.

Das Portfolio umfasst jedoch auch weitere Unternehmensfelder und gliedert sich in die Segmente Zucker, Spezialitäten, CropEnergies und Frucht. Im Bereich Spezialitäten werden Inhaltsstoffe für Lebensmittel wie Stärke sowie Tiefkühlpizza, Pastagerichte, Snacks und andere Portionsartikel hergestellt.
CropEnergies ist an vier Standorten auf die Herstellung von Bioethanol spezialisiert. Das Segment Frucht umfasst Herstellung und Vertrieb von Fruchtsaftkonzentraten, Pürees und natürlichen Aromen.

Stabile Brache, stabiles Wachstum?

Südzucker hat somit die Marktführerschaft in einer stabilen und krisensicheren Branche eingenommen. Gleichzeitig sind Margen und Wachstum, durch den harten Wettbewerb, jedoch auch gering. Die Unternehmenszahlen spiegeln diesen Umstand wieder.

In den zurückliegenden zehn Jahren konnte der Umsatz von 5,87 auf 7,0 Mrd. Euro gesteigert werden, lag zwischenzeitlich jedoch auch schon über 7,8 Mrd. Euro. Der Gewinn pendelte in diesem Zeitraum weitgehend um 1,00 Euro je Aktie. Die Dividende ist ebenfalls schwankend.

Wie sehen die Zahlen aus?

Vor wenigen Stunden hat Südzucker die vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr sowie einen Ausblick für das kommende vorgelegt. Anleger zeigen sich enttäuscht und die Aktie gibt deutlich nach. Ist der Abverkauf gerechtfertigt?

Im zurückliegenden Geschäftsjahr lag der Umsatz bei 7,0 Mrd. nach 6,5 Mrd. Euro im Vorjahr. Das operative Ergebnis klettere von 426 auf 440 Mio. Euro.
Die Dividende soll unverändert bei 0,45 Euro je Aktie liegen, Südzucker kommt somit aktuell auf eine Dividendenrendite von 3,4%.

Die Zahlen hätten sicherlich nicht für einen Abverkauf gesorgt, der Ausblick ist jedoch wenig erfreulich. Für das Geschäftsjahr 2018/19 erwartet Südzucker einen Konzernumsatz von 6,8 bis 7,1 Mrd. Euro aus und einen deutlichen Rückgang des operativen Konzernergebnisses auf 100 bis 200 Mio. Euro. Im Segment Zucker wird voraussichtlich sogar ein operativer Verlust in Höhe von 100 bis 200 Mio. Euro erwirtschaftet. Das Unternehmen verweist auf das sehr schwache Weltmarktumfeld infolge der weltweiten Produktionsüberschüsse sowie einer Veränderung des EU-Zuckermarkts.

Für das abgelaufene Geschäftsjahr liegt das KGV von Südzucker bei 13, der Wert könnte in diesem Jahr jedoch deutlich über 20 steigen. In Anbetracht des schwachen langfristigen Wachstums, in beiden Fällen eine durchaus hohe Bewertung. Einzig die Dividendenrendite von 3,4% und der hohe Buchwert von 20,70 Euro je Aktie sprechen für das Papier.
Südzucker erfüllt somit die Voraussetzungen für ein Investment nicht.

Charttechnischer Ausblick

Im Chart ist die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre zu sehen, um die langfristige Entwicklung zu veranschaulichen. Die Aktie hat sich unter dem Strich nicht vom Fleck bewegt und spiegelt die fundamentale Entwicklung wieder. Unternehmen wie dieses sollten Anleger unbedingt meiden. Um es mit einem Zitat von Warren Buffet auf den Punkt zu bringen: „Time is the friend of a wonderful company and the enemy of the mdiocre.“ zu Deutsch: „Zeit ist der Freund von wundervollen Unternehmen und der Feind von Mittelmäßigen.“
Auch das letzte Jahr war keineswegs erfreulich, seit Monaten ist der Wert massiv unter Druck und generiert ein Verkaufssignal nach dem anderen. Mit dem heutigen Einbruch unter 14,00 Euro hat sich das Chartbild weiter eingetrübt und es drohen Verluste in Richtung 12,00 und 11,50 Euro. Hier sollte es zumindest zu einer Gegenbewegung kommen.

 

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