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MDAX: Von Aufatmen noch keine Spur – zu Recht?

Im Frühjahr und Sommer 2017 hatte sich beim MDAX, dem Index der sogenannten „zweiten Reihe“ nach dem DAX, eine breite Toppbildung vollzogen, die im allerletzten Moment doch nicht vollendet wurde. Statt eines kräftigen Baisseschubes kam es zu neuen Rekordhochs. Darauf hoffen diejenigen, die hier auf der Long-Seite ausharren, auch diesmal. Aber haben sie eine realistische Chance, dass es auch dieses Mal gut ausgeht, der MDAX wieder nach oben dreht und der Spuk eines großen Abwärtstrends weiterhin ein Spuk bleibt?

Allzu rosig sieht es dahingehend nicht aus. Denn auch, wenn die US-Aktienmärkte noch vor US-Handelsbeginn über die Futures massiv zulegten und dafür das Argument herumgereicht wurde, durch den „Deal“ mit Südkorea sei deutlich geworden, dass die USA keine Eskalation von gegenseitigen Strafzöllen herbeirufen wollen: In Europa sah man das anders. Und wohl zu Recht. Denn nur, weil Südkorea mehr US-Automobile, die gar nicht den südkoreanischen Sicherheitsrichtlinien entsprechen, ins Land lässt und die Stahlexporte in die USA auf 70 Prozent der vorherigen Mengen drosselt, haben die USA den Strafzoll für das Land aufgehoben. Für den Export an sich ist damit für Südkorea nicht viel gewonnen. Und es ist mehr als fraglich, ob sich die EU und China ebenfalls auf derartige Kuhhandel einlassen würden. Es bleibt daher dabei:

Die Exportperspektiven werden unsicherer. Und der MDAX ist voll von stark exportorientierten Unternehmen wie Maschinenbauern oder Unternehmen, die wie z.B. die Automobil-Zulieferer von guten Exportperspektiven ihrer Kunden abhängig sind. Davon abgesehen ist die Sorge von einem Handelskrieg nur eines von zwei Problemen. Der starke Euro bleibt zum US-Dollar stark, notierte zum Wochenstart nicht mehr weit von seinem bisherigen Jahreshoch bei 1,2566 US-Dollar entfernt. Auch das drückt auf die Stimmung, so dass ein großer, nachhaltiger Aufwärtsimpuls, wie er Ende August auftrat und den MDAX wieder in bullisches Terrain beförderte, derzeit weitaus weniger wahrscheinlich ist als damals.

MDAX_2018_03_27_Week

Der MDAX müsste mindestens durch die 20-Tage- und die 200-Tage-Linien verstärkte Widerstandszone 25.765/25.940 Punkte hindurch, um eine Chance auf eine taugliche Rallye zu erhalten, wobei er, um wirklich freie Bahn zu haben, auch noch an den Zwischenhochs vom Februar und März vorbei müsste. Auf der Unterseite sieht es einfacher aus, durchzukommen … und das entgeht den kurzfristigen Tradern zweifellos nicht. Würde der Index unter das bisherige Jahres-Verlaufstief vom Februar bei 24.808 Punkten rutschen, würde er damit zugleich, wie der Chart auf Wochenbasis zeigt, den Anfang 2016 etablierten Aufwärtstrendkanal nach unten verlassen. Die Zwischentiefs vom vergangenen Sommer in der Zone 24.220/24.400 Punkte wären dann als nächstgelegene Auffangzone zwar nahe. Aber wenn die Exportperspektiven sich weiter eintrüben, die USA weiter so aggressiv agieren, wäre es keine Überraschung, wenn die bärischen Trader dort nicht haltmachen, sondern die mittelfristig wichtigere Zone 21.500/22.000 Punkte anvisieren.

MDAX_2018_03_27_Day

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