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S&P 500: Nur noch ein kleiner Schritt bis zur Panik – heute gilt es!

Während Sie diese Analyse lesen, dürften in den USA gerade viele Anleger sehr schlecht schlafen. Denn jetzt droht zu passieren, was auf gar keinen Fall passieren darf: Ein Test des bisherigen Tiefs des Jahres. Also des Punktes, an dem eine drohende Panik abgewendet wurde, indem auf Biegen und Brechen gekauft wurde, die Indizes aus der Gefahrenzone gezogen wurden. Die Rallye reichte weit. Beim S&P 500 dachte man vor zwei Wochen schon an neue Rekordhochs, beim Nasdaq 100 hatte man sie sogar schon erreicht. Jetzt sieht das Bild auf einmal ganz anders aus. Und nichts löst mehr Angst aus als feststellen zu müssen, dass die vermeintliche Sicherheit trügerisch war, man tatsächlich bloß im Auge des Taifuns gestanden hatte. Sie sehen es im Chart: Das letzte markante Zwischentief von Anfang März wurde vom S&P 500 knapp unterboten. Noch nicht signifikant. Aber wenn die Bullen nicht sofort massiv zurückschlagen, bricht diese Linie wohl nicht nur knapp. Dann ist der kleine Schritt vollzogen, der in einem solchen Umfeld noch zu einer Panik fehlt.

Denn diesmal kommt der Druck nicht aus scheinbar heiterem Himmel. Diesmal kann man ihn nicht auf fehlerhafte Algorithmen oder kurzfristige Ungleichgewichte schieben. Diesmal hat der Abgabedruck Substanz in Form eines täglich mulmiger werdenden Bauchgefühls bei kleinen wie großen Adressen gleichermaßen. Das Statement der US-Notenbank am Mittwochabend wirkte unter neuer Führung seltsam hölzern und wenig glaubhaft. Die Gefahr, dass niemand den US-Präsidenten davon abbringt, einen weltweiten Handelskrieg zu entfesseln, weil er nicht erkennen kann oder will, dass eine solche Auseinandersetzung nur Verlierer kennen kann, besorgt die Anleger zu Recht. Und viele der Konjunkturdaten, die bislang für dieses bald endende erste Quartal auf den Tisch kamen deuten an, dass die Steuerreform bislang nicht das bringt, was man sich von ihr erhofft hatte.

Wenn der marktbreite S&P 500 jetzt nicht sofort dreht, dürfte er richtig abrutschen. Es fehlen zwar noch 110 Punkte bis zum Jahres-Verlaufstief bei 2.533 Punkten. Aber wenn man bedenkt, dass die Distanz zwischen dem Tageshoch des Mittwochs und dem Schlusskurs des Donnerstags stolze 95 Punkte beträgt, wird klar: Eine solche Distanz wäre schnell durchmessen. Und der Dow Jones hat dieses Zwischentief von Anfang März, an dem der S&P 500 durch das Handelsende mehr zufällig als gezielt gestoppt wurde, am Donnerstag bereits mit Schwung durchschlagen. Hinzu kommt, dass dieses Tief bei 2.533 Punkten für den S&P 500 dann schon die allerletzte mögliche Auffanglinie wäre. Auf diesem 110 Punkte ausmachenden Weg liegen alle kurz- und mittelfristig relevanten Supportlinien: die 200-Tage-Linie bei 2.584 Punkten, die Mai-Aufwärtstrendlinie bei 2.567 Punkten. Und vor allem die oberen Begrenzungen der beiden langfristigen Aufwärtstrendkanäle aus den Jahren 2009 und 2011 bei 2.630 und 2.610 Punkten.

SPX_2018_03_23_Day

110 Punkte mit zahlreichen entscheidenden Unterstützungen, die allesamt grundsätzlich imstande wären, einen Abwärtsimpuls zu stoppen und den Index im letzten Moment zu drehen. Aber in einem Umfeld zunehmender Nervosität ist das nicht so leicht. Es wäre nicht damit getan, einfach nicht zu verkaufen. Denn da sind ja noch die Bären, die jetzt ihre große Chance haben, einen immensen Abwärtsschub zu initiieren. Um die aufzuhalten, müsste dieser Freitag markante Zeichen setzen, idealerweise das komplette gestrige Minus von 2,52 Prozent aufholen. Misslingt das, wäre kommende Woche nach unten nichts unmöglich.

SPX_2018_03_23_Week

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