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JD.com: Großer Verlierer einer Eiszeit im Welthandel?

JD.com ist nach Alibaba der zweitgrößte chinesische Online-Händler. Das Unternehmen war bereits vor Alibaba eine feste Größe und hat gegenüber Alibaba Schwerpunkte im höherpreisigen Bereich der Accessoires und Kosmetik. Und JD.com hat große Pläne. So will man Hunderte von Supermärkten ohne Kassensystem eröffnen und damit die Idee von amazon.com übernehmen. Auch die zeitnahe Expansion nach Europa ist geplant. Zunächst soll im kommenden Jahr Frankreich dran sein, danach sollen Deutschland und Großbritannien folgen. Aber wird aus diesen Plänen jetzt möglicherweise nichts? Das am Donnerstag von US-Präsident Trump verordnete Paket von Strafzöllen gegen China kann Unternehmen wie JD.com, die gerade dabei sind, sich vom bisherigen Schwerpunkt China zu lösen, äußerst unangenehm in die Parade fahren. Denn es ist nicht zu erwarten, dass China stillhalten wird – es kann gut sein, dass der Expansion von offizieller Seite Riegel vorgeschoben werden. Aber eine neue Eiszeit im Welthandel wäre für einen Online-Händler auch ohne offizielle Restriktionen definitiv ein Problem: In einem solchen Umfeld sind nennenswerte Umsatzsteigerungen utopisch. Was auch die Anleger so sahen und am Donnerstag verkauften. Zumal man JD.com ohnehin zuletzt missmutig beäugte, weil die Bilanz des vierten Quartals 2017, die Anfang März präsentiert wurde, keine positive Überraschung barg.

Expertenmeinung: Sie sehen im Chart, dass JD.com zuletzt zwei Hochs jeweils unter dem vorherigen Zwischenhoch ausgebildet hatte. Die 200-Tage-Linie vermochte bislang die Abwärtsimpulse zwischen den letzten drei Zwischenhochs aufzufangen. Aber jetzt ist dieser wichtige gleitende Durchschnitt schon wieder erreicht – zum dritten Mal innerhalb kurzer Zeit. Das alleine dürfte die Zahl derer, die hier erneut mutig zugreifen würden, reduzieren. Mit dieser kritischen Entwicklung hinsichtlich der Perspektiven des Welthandels werden die potenziellen Käufer jetzt erst recht vorsichtig sein. Damit ist die Chance für einen Short-Trade hier unmittelbar greifbar. Würde JD.com die Nackenlinie der fast vollendeten Toppbildung durch Schlusskurse unter 40,50 US-Dollar glaubhaft deutlich brechen, wäre der Weg an die nächste markante Auffanglinie bei 35,80 US-Dollar aus charttechnischer Sicht frei. Und sollte sich jetzt tatsächlich ein echter, auch Europa erfassender Handelskrieg entwickeln, müsste diese Linie nicht das Ende der Abwärtsbewegung bedeuten.

Chart vom 22.03.2018, Kurs 42,51 US-Dollar, Kürzel JD

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