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Oracle: Von Wolke Sieben zu Bärenfutter?

Die Zeit der gigantischen Wachstumsraten ist für viele der großen, seit 20 Jahren etablierten Softwarekonzerne grundsätzlich vorbei. Aber mit der Cloud, da lässt sich noch richtig Geld verdienen, unterstellen die Anleger. Oracle gehört da zu den ganz großen Fischen im Teich. Aber man ist eben keineswegs allein. Microsoft, SAP und andere wollen auch ein Stück vom Kuchen. Und das, was Oracle im dritten Quartal des zum Kalender verschobenen Geschäftsjahres davon abbekam, war den Investoren, die darauf bauten, dass das Unternehmen mit der Cloud an alte Dynamik anknüpft, eindeutig viel zu wenig. Der Umsatz lag im abgelaufenen Quartal im Rahmen der Erwartungen, der Gewinn mit 0,83 US-Dollar pro Aktie sogar viel höher als die im Schnitt erwarteten 0,72 US-Dollar. Aber entscheidend war eben die Perspektive für das letzte Quartal des Geschäftsjahres 2017/2018. Und die fiel enttäuschend genug aus, um die Aktie um kräftige 9,43 Prozent zu drücken.

Expertenmeinung: Kein Wunder, dass man enttäuscht war: Für das derzeit laufende Quartal prognostizierte Oracle ein Umsatzwachstum zwischen einem und drei Prozent, die Cloud-Sparte soll um die 20 Prozent wachsen. Beides war weniger als gedacht. Dass der Umsatzzuwachs des Cloud-Bereichs im abgelaufenen Quartal durchaus den Analystenprognosen entsprach, half nichts. Denn ganz offenkundig hatten hier zu viele zu viel erwartet. Die Frage ist jetzt, ob die Aktie, die noch am 13. März einen Verlaufsrekord von 53,48 US-Dollar erzielt hatte und so unübersehbar von ihrer „Wolke sieben“ herunter geholt wurde, gleich ins Gegenteil umschlägt und durch markante Short-Signale zu „Bärenfutter“ würde. Möglich ist es, weil überzogene Erwartungen umso heftigere Reaktionen zeigen, wenn sie enttäuscht werden. Aber nach einem derartigen Rücksetzer einfach davon auszugehen, dass Oracle gleich noch einmal zehn, zwanzig Prozent nach unten durchsackt, wäre nicht gerade realistisch. Die Aktie hat in eine bis Ende 2014 zurückreichende Unterstützungszone zwischen 46,71 und 47,64 US-Dollar zurückgesetzt, die seit Jahresbeginn schon zweimal getestet und verteidigt wurde. Da sollte man also nicht zu vorschnell bärisch werden, zumal bei 44,30 US-Dollar noch die von Anfang 2016 stammende Aufwärtstrendlinie heran läuft und als potenzielle Sicherungsleine für die Bullen fungieren könnte.

Chart vom 20.03.2018, Kurs 47,05 US-Dollar, Kürzel ORCL

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