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Facebook: Wird das Datenleck zum „Game-Changer“?

Ein Minus von gut 13 US-Dollar oder 7,06 Prozent ist für einen Technologie-Blue Chip wie Facebook außerhalb von Quartalsbilanzen höchst ungewöhnlich. Aber der Anlass dieser Verkäufe war auch außerordentlicher Natur. Am Montag kam heraus, dass ein Unternehmen namens Cambridge Analytica sich während der US-Wahl 2016 offenbar problemlos bei den persönlichen Daten der Facebook-Nutzer bedienen konnte. Das ist fatal, denn persönliche Daten oder Statements müssen effektiv geschützt werden, ansonsten ist die Vertrauensbasis von Facebook als soziales Netzwerk nicht mehr gegeben. Und noch übler stieß den Anlegern auf, dass diese Information erst jetzt, fast anderthalb Jahre später, durchsickerte. Ob Facebook das wusste und zurückhielt oder ob man dort nicht einmal gemerkt hat, dass man angezapft wurde: Eines wäre so schlimm wie das andere. Welche Relevanz dieser Vorfall hat, wird auch dadurch klar, dass sofort die Politik auf den Plan trat: Die Senatorin Amy Klobuchar forderte Auflagen für Facebook, weil die Internetdienste offenbar nicht imstande sind, sich selbst zu regulieren. Senator Blumenthal fordert, dass sich CEO Mark Zuckerberg persönlich erklärt. Und die Aktie fiel. Kann das ein sogenannter „Game Changer“ werden, ein Ereignis, das eine Neubewertung der Investoren auslöst?

Expertenmeinung: Durchaus möglich, denn davon abgesehen, dass es einiges kosten wird, um a) die genaue Ursache zu finden und b) das bestehende und potenzielle weitere Lecks zu stopfen, stellt sich die Frage, ob der Strom neuer Nutzer nicht noch stärker abflachen wird und sich Firmen bei der Werbung als für Facebook entscheidenden Einnahmequelle daraufhin zurückhaltender geben werden. Und das kann auch die Anleger dazu bringen, die Aktie mit deutlich kritischeren Augen zu sehen, zumal der Chart schon zeigt: Hier war in den letzten Monaten ohnehin relativ wenig zu holen. Während andere Publikumslieblinge wie amazon.com oder Netflix durch die Decke gingen, ist bei Facebook hinsichtlich der Performance seit August Magerkost angesagt. Dass dieser Rücksetzer eine Einstiegschance darstellt, ist damit sehr fraglich, auch, wenn die Aktie nach unten durch zahlreiche Wendemarken bis hinunter auf 154 US-Dollar recht gut unterstützt wirkt. Aus dieser Warte heraus sollte man mit Short-Trades noch vorsichtig sein, zumal es den Bullen immerhin gelungen war, zum Handelsende genau die schon im Januar auf Schlusskursbasis verteidigte 200-Tage-Linie zu halten. Aber in dieser Gemengelage gälte: Das ist ein Rücksetzer, der keine besonders guten Chancen hat, zu einer Long-Einstiegschance zu werden!

Chart vom 19.03.2018, Kurs 172,03 US-Dollar, Kürzel FB

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