Börsenblick

Zurück August Weiter
Zurück 2018 Weiter

Gold: Kein Bedarf an einem „sicheren Hafen“?

Der sogenannte geopolitische Risikoindex für die USA hat aktuell den höchsten Stand seit der Invasion im Irak 2003 erreicht, aber es scheint, als würde niemand sich für den klassischen „sicheren Hafen“ der Edelmetalle interessieren. Obwohl die europäischen Aktienindizes meilenweit unter ihren Januar-Hochs festhängen und die Wall Street zumindest außerhalb der technologielastigen Nasdaq wackelig wirkt, wird Gold derzeit gehandelt wie sauer Bier. Und würde man das wie jeder Rohstoff in US-Dollar fakturierte Gold in Euro umrechnen, sähe das Bild noch dramatischer aus. Denn durch die seit Anfang 2017 vorherrschende Schwäche des US-Dollars wird der Wert des Goldes in Euro noch zusätzlich durch den Wertverfall des Greenback gedrückt. Besonders bemerkenswert ist, dass der Goldpreis im Zuge des Kurseinbruchs der Aktienmärkte Ende Januar/Anfang Februar nicht nach oben schoss, sondern ebenfalls fiel und seither ein tiefer liegendes Zwischenhoch nach dem anderen ausbildet. Wie kommt das?

Man könnte unterstellen, dass das Risikobewusstsein der meisten Investoren durch die jetzt in ihr zehntes Jahr gegangene Aktienmarkt-Hausse abgestumpft ist und man einfach nicht realisiert, dass Gold eine Alternative wäre, wenn die Aktien erneut kippen sollten. Denkbar ist aber auch, dass man Gold einfach nicht als taugliche Alternative sieht, weil dessen Preis letzten Endes ebenso ausschließlich von Angebot und Nachfrage und dem kurzfristigen Trading der vielen Spekulanten abhängig ist wie der Aktienmarkt. Was auch hieße: Sich darauf zu verlassen, dass Gold nach oben ausbricht, wenn Dow Jones  Co. einen erneuten Abwärtsimpuls sehen sollten, wäre riskant. Da wäre es unbedingt angeraten, klare charttechnische Signale als Beleg abzuwarten, was derzeit hieße:

Chart vom 16.03.2018, Kurs 1.314,15 US-Dollar, Kürzel XAUUSD

Gold müsste die Zone der letzten Hochs mit Schlusskursen über 1.370 US-Dollar signifikant überwinden, bevor man den Weg nach oben zumindest als kurzfristig frei ansehen könnte. Und selbst dann würde es ein steiniger Weg, denn damit wären nur die Hochs der letzten Monate überboten, nicht die mittel- und längerfristigen Hürden, die bei 1.375 und 1.392 US-Dollar warten, wie der langfristige Chart auf Wochenbasis zeigt. Gut möglich, dass das potenzielle Bullen ebenfalls abschreckt. Auf der Unterseite sieht das Bild hingegen weitaus vielversprechender aus:

Hier sehen wir, dass sich die derzeitige Toppbildung der entscheidenden Zone nähert. Im Bereich 1.296 zu 1.306 US-Dollar finden sich mehrere markante Wendepunkte der letzten knapp zwölf Monate. Knapp darunter, bei derzeit 1.290 US-Dollar, verläuft die 200-Tage-Linie. Mit einem aktiven Verkaufssignal im Trendfolgeindikator MACD auf Tagesbasis und einem unmittelbar bevorstehenden, entsprechenden Signal des Indikators auf Wochenbasis sieht die Unterseite damit deutlich interessanter aus. Sollte Gold diese 200-Tage-Linie auf Schlusskursbasis unterschreiten, wäre ein zügiger Abverkauf in Richtung des bei 1.237 US-Dollar liegenden Dezember-Tiefs die wahrscheinlichste Variante – ein Szenario, das zeitnah greifen könnte!

Chart vom 16.03.2018, Kurs 1.314,15 US-Dollar, Kürzel XAUUSD

Auch interessant:

Ist der russische Markt jetzt für Anleger interessant? Interview mit Robert Halver | LYNX fragt nach
Dax: Klares Warnsignal | LYNX Marktkommentar
Streik bei Ryanair- Jetzt in Airlines investieren? Interview mit Oliver Roth | LYNX fragt nach
Handeln über LYNX: Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • niedrige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
0800 5969 000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.DE
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN