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US-T-Bonds (2y): China und die US-Anleihezinsen

Es wäre eine große Erleichterung für die Akteure am US-Aktienmarkt, wenn die Renditen der US-Staatsanleihen endlich wieder fallen würden. Dass die Rendite für US-Treasury-Bonds (kurz T-Bonds) mit zehn Jahren Laufzeit fast bis drei Prozent gestiegen war, war schon beunruhigend. Aber der Anstieg bei den kürzeren Laufzeiten war schlicht gefährlich. Denn in einem Umfeld steigender Leitzinsen muss man bei Anleihen mit Kursverlusten rechnen, weil sich die Rendite für bereits existierende Bonds dem Leitzinsniveau angleicht, indem der Kurs fällt. Doch das ist nur für lange Laufzeiten ein Hinderungsgrund, um einzusteigen. Da zehn Jahre warten zu müssen, um am Laufzeitende ohne Kursverlust herauszukommen, ist zu lange für große Adressen, die am Aktienmarkt Kapital abziehen und renditeträchtig „parken“ wollen. Bei Laufzeiten bis zu zwei Jahren aber sieht das anders aus: Da haben so manche Pensionskassen oder Fonds weniger Hemmungen, für eine überschaubare Zeit einzusteigen. Und wenn man bedenkt, dass die Rendite für zweijährige T-Bonds-Laufzeiten zuletzt auf 2,28 Prozent gestiegen war, auf den höchsten Stand seit Spätsommer 2008, wird klar: Das ist ein echtes Problem für die Akteure am Aktienmarkt und eine Abwärts-Wende dieser Renditen ganz oben auf deren Wunschzettel. Kommt es dazu?

Expertenmeinung: Fallende Renditen bedeuten wieder steigende Kurse bei den zweijährigen T-Bonds. Der Chart zeigt den Kursverlauf des Futures auf diese „Zweijährigen“. Und ja, es sieht nach einer Bodenbildung oberhalb der Kurstiefs bei 106,25 US-Dollar aus (die Kurse werden hier hinter dem Komma in 32stel US-Dollar angegeben, das rechnen wir bei der Analyse um). Würde der Future über 106,38 US-Dollar steigen, wäre damit die seit September geltende Abwärtstrendlinie bezwungen, über 106,70 US-Dollar wäre mit dem Anstieg über das Zwischenhoch vom Februar, als eine Gegenreaktion abverkauft wurde und in neue Kurs-Tiefs bzw. Rendite-Hochs mündete, ein echter Befreiungsschlag gelungen. Aber sollte US-Präsident Trump tatsächlich, wie man momentan befürchtet, auch gegen China umfassende Strafzölle verhängen, könnte das die Renditen schnell höher treiben. Denn die Sorge, dass China im Fall eines Handelskriegs am längeren Hebel sitzen könnte, basiert auch darauf, dass China zusammen mit Japan das größte Portfolio an US-amerikanischen Staatsanleihen hält. Würde China diese Anleihen als Antwort auf solche Maßnahmen auf den Markt werfen, würde das die Kurse massiv drücken und die Rendite der zweijährigen T-Bonds leicht an und über 2,5 Prozent katapultieren. Bevor diese Charthürden bei 106,38 bzw. 106,70 US-Dollar also nicht eindeutig überboten sind und sich das Verhältnis zu China entspannt, bleibt die größere Chance für Trader bei diesen T-Bonds auf der Unterseite des Kurses.

Chart vom 14.03.2018, Kurs 106,28 US-Dollar, Kürzel ZT

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