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S&P 500: Turnaround-Tuesday mit Folgen?

Wird US-Präsident Trump zum Zerstörer seiner eigenen Hausse? Das Risiko, dass genau das passiert, nimmt zu. Mit Wirtschaftsberater Gary Cohn und gestern mit Außenminister Rex Tillerson sind zwei Personen von Bord gegangen, die in Politik und Wirtschaft Vertrauen genossen. Und denen man nachsagte, dass sie dem US-Präsidenten wenn nötig Paroli bieten würden. Dass Trump diese beiden jetzt durch weniger quer denkende Personen ersetzen wird, wird durch die Benennung des von ihm auf den Chefposten der CIA gehobenen Mike Pompeo als neuer Außenminister deutlich. Pompeo ist ein Hardliner – und angesichts der immer aggressiveren Töne in Richtung Europa, Russland und China darf man vermuten, dass sich die Beziehungen der USA zum Rest der Welt zügig weiter eintrüben werden. An der Börse tat man zum Handelsstart so, als sei das alles kein Problem. Aber es stellte sich heraus, dass diese Gelassenheit nur das „Pfeifen im Walde“ war.

Das Minus des marktbreiten Standard & Poor’s 500-Index (S&P 500) war zwar nicht groß. Aber es könnte Folgen haben. Zum einen, weil sich der Dienstag wieder einmal seinen Spitznamen „Turnaround Tuesday“ verdiente, denn der Index drehte nach anfänglichem Plus in die Verlustzone. Zum anderen, weil viele wohl felsenfest davon überzeugt waren, dass der übermorgen anstehende „dreifache Hexensabbat“, der Abrechnungstermin für Optionen und Futures, die US-Indizes im Wochenverlauf deutlich höher ziehen werde. Dass diese Tendenz unterbrochen wurde, will schon etwas heißen. Würde der S&P 500 seinen Anstieg gleich heute wieder aufnehmen, könnte es gelingen, Tillerson’s Abgang erst einmal als „erledigt“ abzuhaken, auch, wenn sich die problematischen Aspekte immer höher stapeln und Gerüchte umgehen, dass Trump noch in dieser Woche weitere Personalveränderungen vornehmen und womöglich Strafzölle gegen China verhängen werde. Aber wenn die Verkäufe weitergehen sollten, wird es richtig spannend, denn:

Die meisten Marktteilnehmer sind sich darüber im Klaren, dass diese Strafzölle zu einem wirtschaftlichen Bumerang werden. Sie haben auch gesehen, dass die meisten Konjunkturdaten vom Januar und Februar auf einen eher schwachen Start ins neue Jahr hindeuten, trotz Steuerreform. Und sie ahnen, dass die Gewinne der Unternehmen im ersten Quartal womöglich schwächer ausfallen als noch im Januar vermutet. Solange der Trend intakt bleibt, werden dennoch die meisten auf der Long-Seite dabei bleiben. Aber wenn Risse im Gebälk entstehen, würde sich das schnell ändern. Denn mit dieser Entwicklung in Washington dürfte manch einem dämmern, dass es, wenn die US-Indizes jetzt erneut kippen, heftiger zugehen könnte wie Ende Januar/Anfang Februar.

Chart vom 13.03.2018, Kurs 2.765,31 Punkte, Kürzel SPX

Wo liegen die neuralgischen Punkte? Der langfristige Chart auf Wochenbasis, der die gesamte, mittlerweile neun Jahre alte Hausse zeigt, macht deutlich, was auf gar keinen Fall passieren darf: Der S&P 500 darf nicht unter das Februar-Tief von 2.532 Punkten rutschen bzw. auf Wochenbasis darunter schließen, denn dann wäre der Index nicht nur unter die 200-Tage-Linie gerutscht, sondern auch in beide wichtigen Aufwärtstrendkanäle aus den Jahren 2009 und 2011 zurückgefallen. Vor einem solchen Szenario liegt, das sehen Sie im Chart auf Tagesbasis, eine Unterstützungszone aus 20-Tage-Linie, der kurzfristigen Februar-Aufwärtstrendlinie und der zuvor gebrochenen kurzfristigen Abwärtstrendlinie zwischen 2.707 und 2.730 Punkten. Wenn diese Zone fällt, wäre das ein entscheidender Schritt hin zu einem erneuten Test der bisherigen Jahrestiefs … und deren Bruch dann womöglich tatsächlich das Ende der Trump-Hausse.

Chart vom 13.03.2018, Kurs 2.765,31 Punkte, Kürzel SPX

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