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DAX: Warum 11.500 Punkte keineswegs unmöglich wären

Da hängt er nun fest und frustriert das bullische Lager ein ums andere Mal: Während die US-Indizes scheinbar mühelos nach der herben Korrektur Ende Januar/Anfang Februar wieder in Richtung der bisherigen Rekorde laufen, der Nasdaq 100 die alten Hochs sogar bereits bezwungen hat, kommt der DAX nicht nennenswert von seinen Korrekturtiefs weg. Und es könnte noch schlimmer kommen. Sollte die Wall Street wieder nach unten drehen sowieso. Aber auch ohne einen Abwärts-Impuls in den USA kann es gut sein, dass es den Bären gelingt, sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen zu lassen. Denn zwei Faktoren, die diese auffällige Schere zwischen Wall Street und DAX verursacht haben, gelten weiterhin:

Zum einen zeigt der Euro zum US-Dollar weiterhin keine Tendenz, eine Wende nach unten zu vollziehen. Die wäre aus charttechnischer Sicht zwar jederzeit möglich, aber solange sich die EZB nicht auf die Hinterbeine stellt, dürften die Devisen-Trader dem unverhohlenen politischen Willen der USA nach einem schwachen, den US-Export begünstigenden, aber den Export der Eurozone behindernden Euro folgen. Zum anderen wirkt Europa politisch zwar besonnener, aber damit auch weniger agil und entschlossen als die USA mit ihrer aggressiven Wirtschaftspolitik. Solange viele Investoren glauben, dass die USA damit durchkommen, wird man Europa eher untergewichten.

Damit wird es schwierig, die für einen Weckruf erforderlichen charttechnischen Signale zu generieren. Wir sehen im DAX-Chart auf Wochenbasis, dass die vergangene Woche eine sogenannte „piercing line“ entstehen ließ: Nach einer langen rotzen Kerze entstand eine grüne Kerze, die unterhalb des Kerzenkörpers der roten Kerze startete und am Ende einen Schlusskurs oberhalb der Mitte der roten Kerze erreichte. Das ist aber nicht mehr als eine Chance, das Ruder herumzureißen. Da müsste jetzt umgehend eine erneute grüne Kerze folgen. Aber ob das gelingt, ist auch wegen des am Freitag anstehenden, großen Verfalltermins an der Terminbörse fraglich, denn:

Normalerweise gelingt es den großen Akteuren am Terminmarkt, die Abrechnung der Futures und Optionen in Trendrichtung und da nach Möglichkeit am oder sogar außerhalb des Extrempunkts der Handelsspanne seit der letzten Abrechnung zu erreichen. An der Wall Street hieße das, man dürfte versuchen, die Kurse nach Möglichkeit so hoch wie möglich zu tragen, denn seit Anfang Februar sehen wir dort eine nach oben weisende Tendenz. Beim DAX aber nicht. Es wirkt, als habe der die Handbremse angezogen:

Chart vom 12.03.2018, Kurs 12.418,39 Punkte, Kürzel DAX

Während die US-Indizes am Freitag gewaltig an Boden gewannen, blieb der DAX wie festgenagelt unterhalb des Zwischenhochs von Ende Februar und der massiven Widerstandszone 12.570/12.720 Punkte hängen. Alleine dass der DAX Anfang März noch ein neues Tief ausgebildet hat, während die US-Indizes zugleich deutlich über den Anfang Februar markierten Tiefs nach oben drehen, unterstreicht dessen große relative Schwäche.

Daher wäre es keineswegs unmöglich, dass die großen Terminmarkt-Akteure versuchen, am Freitag beim DAX eine Abrechnung auf einem so tief wie möglich liegenden Level zu erreichen. Wenn es dazu käme, wäre denkbar, dass die kurzfristigen Trader sich sofort wieder auf die Short-Seite schlagen und den DAX durch das bisherige Tief drücken (11.831 Punkte). Die nächste, markante Auffanglinie wäre dann die von Anfang 2016 stammende Aufwärtstrendlinie um 11.500 Punkte. Noch ließe sich dieses Szenario abwenden. Aber dazu müssten die Bullen jetzt aufwachen und den DAX über die Widerstandszone 12.570/12.720 Punkte tragen, denn dann würde die Ampel hier sofort wieder auf grün schalten!

Chart vom 12.03.2018, Kurs 12.418,39 Punkte, Kürzel DAX

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