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Nasdaq 100: Charttechnisch super-bullisch, aber …

Mit einem Anstieg von knapp zwei Prozent sprang der Nasdaq 100 am Freitag mit Schwung auf neue Rekorde. Gerade einen Monat, nachdem man am 9. Februar noch froh war, die an dem Tag markierten, neuen Korrektur-Tiefs in einen Intraday-Turnaround umgebogen zu haben, ist jetzt der charttechnische Deckel des Index, der am 29. Januar bei 7.023 Punkten aufgesetzt wurde, gesprengt. Aus charttechnischer Sicht eine „Beförderung“ bislang kurzfristiger Long-Signale auf die mittelfristige Ebene.

Und zudem recht symbolträchtig, denn seit der vergangenen Woche ist diese große Hausse der Wall Street in ihr zehntes Jahr eingetreten. Das Tief der Subprime-Krise war bei Dow Jones und S&P 500 am 6. März 2009 erreicht worden (beim Nasdaq 100 gab es im November 2008 schon ein ganz knapp tiefer liegendes Tief). Mit diesem Anstieg auf ein neues Allzeithoch gibt es aus Trading-Sicht zu Long-Positionen keine Alternative. Aber betrachtet man sich das mittelfristig entscheidende Umfeld, sollte man sich vor Euphorie oder dem Gedanken, dass damit ein erneuter Beweis erbracht worden sei, dass die Hausse „unverwundbar“ ist, hüten.

Die US-Arbeitsmarktdaten lagen mit 313.000 neugeschaffenen Stellen im Februar weit über den Erwartungen der Experten von im Schnitt 200.000. Das deutet zwar an, dass das im Januar noch überschaubare Wachstum der US-Konjunktur wieder Fahrt aufgenommen hat und damit Rückenwind für die Unternehmensgewinne vorliegt. Aber das zur Wochenmitte veröffentlichte Beige Book, der Konjunkturbericht der US-Notenbank, stößt nicht in dasselbe Horn. Stagnierende Kreditvergabe und stagnierende Autoverkäufe wurden da gemeldet, das passt nicht zu einem positiven Bild der US-Konjunktur.

Chart vom 09.03.2018, Kurs 7.101,18 Punkte, Kürzel NDX

Da werden die übermorgen anstehenden US-Einzelhandelsumsätze für Februar entscheidend: Nach einem schwachen Januar müssen da starke Zahlen her, sonst würden die Marktteilnehmer erkennen, dass die Zahl neuer Jobs alleine nichts bewegt – es kommt auch auf die Qualität solcher Arbeitsplätze an. Und das lässt sich aus den Arbeitsmarktdaten nicht herauslesen. Man muss zudem im Hinterkopf behalten, dass die US-Anleiherenditen am Freitag nicht niedriger lagen als am Wendepunkt des 9. Februar, auch der US-Dollar ist seither nicht weiter gefallen und könnte so den Export noch mehr begünstigen. Alles ist, was die Rahmenbedingungen angeht, so wie vor einem Monat, nur ist jetzt der drohende Bumerang durch Trumps Strafzölle hinzugekommen. Warum also diese Rallye?

Es ist vor allem der immense Schwung der Rallye selbst, der die Käufe intensiviert hat, das mittelfristig nötige Fundament hingegen ist dünn. Fazit: Aus rein technischer Sicht wäre mit diesem auf Tages- ebenso wie auf Wochenbasis bullischen Signal ein Aufstocken bestehender, kurzfristiger Long-Trades zwar eine Überlegung wert. Aber das sollte unbedingt mit einer konsequenten Absicherung einhergehen, für die sich der doppelte Leitstrahl aus kurzfristiger Aufwärtstrendlinie und 20-Tage-Linie, derzeit bei 6.800 Punkten, als Orientierung anbieten würde.

Chart vom 09.03.2018, Kurs 7.101,18 Punkte, Kürzel NDX

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