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E.ON übernimmt innogy – Warnung!

E.ON SE ist ein privates Energieunternehmen im Bereich Energienetze, Kundenlösungen und Erneuerbare Energien. Das konventionelle Energie-Erzeugungsgeschäft sowie der Energiehandel wurden zum 1. Januar 2016 in eine eigene Gesellschaft, Uniper, überführt.

Seit 2014 verfolgt das Unternehmen eine neue Strategie, die vorherige Ausrichtung kann man als gescheitert bezeichnen. Seitdem wurde E.ON nach eigenem Bekunden konsequent auf die neue Energiewelt und erneuerbarer, dezentraler Energieerzeugung und digitalen Lösungen ausgerichtet.

Ein Scherbenhaufen?

Markige Worte, doch in den Unternehmenszahlen spiegelt sich wenig Positives wieder. Ganz im Gegenteil, seitdem die neue Strategie verfolgt wird, läuft es noch schlechter.

Der Umsatz ist seit Jahren rückläufig und die Margen sinken. Seit 2014 wird kein Gewinn mehr erwirtschaftet. Trotz der Verluste hat E.ON weiter Dividenden ausgeschüttet und die finanzielle Situation des Unternehmens zusätzlich beschädigt.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2017 wurde zumindest wieder ein Gewinn erwirtschaftet, die Zahl der Aktien stieg allerdings auch um 11%. Der Buchwert des Unternehmens ist von über 20,00 auf 0,22 Euro je Aktie gesunken und wurde binnen weniger Jahre vaporisiert.

Was bedeutet die Übernahme von Innogy?

E.ON hat in Gesprächen mit RWE eine grundlegende Einigung über den Erwerb der von RWE gehaltenen 76,8 %-Beteiligung an innogy erzielt.
RWE erhält im Tausch eine Beteiligung von 16,67% an E.ON. Die neuen Aktien würden im Rahmen einer 20 %-Sachkapitalerhöhung ausgegeben.
Für die Aktionäre von E.ON bedeutet das also eine weitere Verwässerung der Anteile. Wie hier ein Mehrwert für die Anteilseigner geschaffen werden soll, ist alleine schon deshalb fragwürdig.

Mindestens genauso interessant sind aber die „kleineren“ Nebendeals, die im Zuge der Transaktion durchgeführt werden sollen.
RWE behält das erneuerbare Energiegeschäft von innogy sowie das Gasspeichergeschäft und den Anteil am österreichischen Energieversorger Kelag.
E.ON überträgt darüber hinaus den größten Teil des eigenen erneuerbaren Energiegeschäfts an RWE und erhält dafür 1,5 Mrd. Euro.

Auf den ersten Blick scheint der Deal ein äußerst gutes Geschäft für RWE zu sein und dementsprechend schlecht für E.ON.
Denn RWE erhält für seine innogy-Beteiligung deutlich mehr als den Börsenwert der letzten Monate, kann das Kerngeschäft behalten und übernimmt darüber hinaus auch das Geschäft mit erneuerbarer Energie von E.ON!

Die Transaktion ist eine ernst zu nehmende Gefahr für die Zukunftsfähigkeit von E.ON und demnach auch für die Aktionäre. Eines dürfte in jedem Fall klar sein: Die seit 2014 geltende Konzernstrategie und Ausrichtung auf erneuerbare Energie ist damit Geschichte.

Charttechnischer Ausblick

Die Aktie befindet sich in einem übergeordneten Abwärtstrend. Seit zehn Jahren kennt das Papier eigentlich nur eine Richtung und die Entwicklung spiegelt das schwache Geschäft wieder.
Im vergangenen Jahr konnte E.ON innerhalb des Abwärtstrends eine größere Erholung vollziehen und vom unteren Ende der Handelsspanne bis an das obere Ende zulegen. Hier scheiterte der Wert, vor wenigen Wochen wurde dann der Aufwärtstrend durchbrochen.

Mit dem heutigen Kurssprung ist der Wert wieder an die grüne Trendlinie zurückgekehrt. Hierbei handelt es sich jedoch lediglich um einen bärischen Rücklauf, der noch keine positiven Signale mit sich gebracht hat.
Gelingt ein nachhaltiger Ausbruch über 9,00 Euro, besteht weiteres Potenzial in Richtung 10,00 Euro.
So lange die Rückkehr in den Aufwärtstrend jedoch nicht gelungen ist, könnte der Wert jederzeit wieder kippen. Ein klares Verkaufssignal würde sich unter 8,50 Euro ergeben. In diesem Fall muss ein erneuter Rückfall bis 7,00 Euro eingeplant werden.

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