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Dow Jones: Auf diese Flagge müssen Sie achten!

Als am Dienstagabend kurz vor Mitternacht europäischer Zeit gemeldet wurde, dass Donald Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn das Handtuch wirft, sackte der Dow Jones-Future massiv durch. Bis zum Start des regulären Handels reduzierten sich die Abschläge zwar. Aber trotzdem betrug die Kurslücke nach unten zum Start fast 300 Punkte. Zu Recht, denn Cohn hatte, wie auch viele republikanische Politiker, vor den Folgen der vom Präsidenten angeschobenen Strafzölle auf Stahl und Aluminium gewarnt. Dass er jetzt ging, macht klar: Trump hört nicht einmal auf ihn. Damit nimmt die Gefahr eines echten Handelskrieges erheblich zu. Und während Trump unlängst erklärte, ein Handelskrieg sei leicht zu gewinnen, wissen alle Experten außerhalb politischer Propaganda: Handelskriege haben nur Verlierer.

Hinzu kam das um 20 Uhr veröffentlichte „Beige Book“, der monatliche Konjunkturbericht der US-Notenbank, mit schlechten Nachrichten: Die Inflation ist in allen zwölf Fed-Distrikten auf dem Vormarsch, zugleich werden in mehreren Distrikten steigende Stahlpreise durch den Rückgang ausländischen Wettbewerbsdrucks, ein Mangel an Baustoffen im Baugewerbe, stagnierende Autoverkäufe und eine stagnierende Kreditvergabe gemeldet. Nicht nur im Januar, auch im Februar scheint die US-konjunktur deutlich schwächer dazustehen als viele angesichts der Steuerreform vermutet hatten. Dennoch, der Dow Jones verringerte seine Abschläge stur und stetig. Am Ende stand nur noch ein Minus von 82 Punkten, damit hatte er über 260 Punkte vom Tagestief aufgeholt, von den anfänglich größeren Verlusten im Future ganz zu schweigen. Und das i einem Umfeld, in dem es nicht verwundert hätte, wenn er 500 oder mehr Punkte eingebrochen wäre? Wieso? Die Charts geben die Antwort:

Es steht so viel auf dem Spiel, dass große Adressen alles daran setzten, größere Abschläge zu verhindern. Würde das US-Index-Flaggschiff nämlich unterhalb des bisherigen Wochentiefs bei 24.389 Punkten aus der Handelswoche gehen, würde es damit in den im Chart auf Wochenbasis abgebildeten, aus dem Februar 2016 stammenden Aufwärtstrendkanal zurückfallen, der bereits in drei der vorangegangenen vier Wochen umkämpft war und jedes Mal gehalten werden konnte. Je öfter eine solche Unterstützung getestet wird, desto heftiger fällt die Reaktion aus, wenn sie doch noch bricht. Ein schneller Selloff bis an die untere Begrenzung des Kanals bei 22.150 Punkten wäre dann denkbar.

Chart vom 07.03.2018, Kurs 24.801,36 Punkte, Kürzel INDU

Und auch im kurzfristigeren Zeitraster auf Tagesbasis waren wichtige Unterstützungen erreicht. Sie sehen im Tageschart, dass der Dow Jones eine große, aufwärts weisende Flagge als Konsolidierung des Abwärtsimpulses von Ende Januar/Anfang Februar ausgebildet hat. Würde diese Flagge, deren untere Begrenzung aktuell bei 24.420 Punkten liegt, nach unten verlassen, wäre dies das charttechnische Signal, dass die Korrektur ein „zweites Bein“ ausbildet. Was das Risiko beinhaltet, dass das Tief von Anfang Februar bei 23.361 Punkten unterboten werden könnte. Ein Risiko, das auch der Wiedereintritt in den 2016er-Trendkanal auslösen würde. Hier steht also viel auf dem Spiel – und das war die Motivation der Käufe. Davon, dass die Marktteilnehmer Cohns Abgang und das Besorgnis erregende Beige Book einfach abschütteln würden, kann keine Rede sein.

Was aber auch bedeutet: Wenn diese aus der Angst vor einem neuen Abwärtsimpuls geborenen Käufe nicht nachhaltig zu steigenden Kursen führen, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass der Index doch noch nach unten wegkippt und neue Tiefs markiert, erst recht. Achten Sie daher auf diese Flaggen-Formation: Würde sie nach unten verlassen, würde die Wahrscheinlichkeit eines größeren Abwärtsimpulses sehr deutlich steigen.

Chart vom 07.03.2018, Kurs 24.801,36 Punkte, Kürzel INDU

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