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Covestro: Aufsteiger mit Absteiger-Performance

Das war eine positive Überraschung: Das Spezialchemieunternehmen Covestro steigt am 19. März vom MDAX in den DAX auf, ProSieben Sat.1 muss dafür weichen. Diese am Montagabend nach Handelsende bekanntgegebene Entscheidung der Deutschen Börse sorgte zum Handelsstart für einen kräftigen Kurssprung. Über 4,5 Prozent lag die Aktie der ehemaligen Bayer-Tochter vorne – aber nicht lange. Sofort setzten Gewinnmitnahmen ein und ließen den Bullen am Ende des Tages nur noch ein Mini-Plus von einem knappen Viertel Prozent übrig. Und das ist ein Bild, das einem „Aufsteiger“ ganz und gar nicht würdig ist. Denn die Grundidee, dass die Aktie von diesem Aufstieg profitieren würde, ist schon richtig. ETFs oder Fonds, die den DAX abbilden, müssten zum 19. März, wenn der Wechsel vonstattengeht, Covestro kaufen, während man die ProSieben-Aktie bis dahin abstößt. Und da das Volumen solcher Index-abbildenden Vehikel beim DAX ungleich größer ist als beim MDAX, würde das weit schwerer wiegen als die Tauschoperationen, die die MDAX-Fonds daraufhin zu Gunsten von ProSieben Sat.1 vornehmen müssen. Dass diese Gewinne nicht durchgehalten wurden, lässt tief blicken.

Expertenmeinung: Covestro hatte am 20. Februar die Bilanz für 2017 präsentiert und die Perspektive für 2018 abgeliefert. Danach passierte auf der Oberseite des Kursbildes nicht mehr viel, wenige Tage darauf rutschte das Papier sogar recht dynamisch wieder ab. Der Grund: Covestro hat zwar in der Tat ein starkes Jahr 2017 vorzuweisen und da erheblich gestiegene Gewinne erzielt. Aber bei der Prognose für das laufende Jahr hieß es: EBITDA (d.h. Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Das war keine Motivation, hier weiter zuzugreifen, zumal auch beim Wachstum wenig Bewegung erwartet wird, da soll es im mittleren einstelligen Prozentbereich vorangehen. Dementsprechend fehlt die Perspektive. Und da die DAX-Aufnahme weder Umsatz und Gewinn steigert, nahmen Anleger diesen Kurssprung zum Anlass, ihre Positionen auf günstig hohem Niveau weiter abzubauen. Damit ist es durchaus nicht auszuschließen, dass dieser Aufstieg des Unternehmens in den DAX den Abstieg des Kurses nicht aufhält. Zwischen 76 und 84,50 Euro wäre Covestro aber noch so solide unterstützt, dass ein Bruch der um 84,50 Euro liegenden September-Aufwärtstrendlinie nur etwas für kurzfristige Trader wäre. Darunter hingegen, unter 76 Euro, wäre hier ein äußerst markantes Short-Signal gegeben.

Chart vom 06.03.2018, Kurs 88,46 Euro, Kürzel 1COV

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