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DAX: Einem Selloff von der Schippe gesprungen?

Die Woche begann mit einem DAX, der schon mit anderthalb Beinen über der Klippe stand. Dass das Mitglieder-Votum der SPD den Weg freimacht, endlich eine neue Regierung zu bilden, mag erleichtert haben, aber es war erwartet worden. Dass die Wahl in Italien die dortige Regierungsbildung noch schwieriger machen wird, als es hierzulande der Fall war, war ungut, aber keine Überraschung. Aber was eine Überraschung war, war die erneute Drohung des US-Präsidenten, er könnte einfach Strafzölle auf europäische Autos erheben, falls Europa meint, sich gegen die Strafzölle auf Stahl und Aluminium wehren zu müssen.

Das sorgte dafür, dass der DAX den Montag im Minus begann, obwohl die letzte nachbörsliche Indikation am Freitagabend eine Erholung bis 12.000 Punkte gesehen hatte. Bis auf 11.831 Zähler sackte der DAX unmittelbar zur Eröffnung durch. Aber was dann zu befürchten war, nämlich erneute, massive Abgaben, blieb aus. Der DAX fiel nicht weiter, sondern drehte auf dem Absatz und schloss unerwartet im Plus. Wieso?

Da die Nachrichtenlage diesen Turnaround nicht hergab, war das nichts anderes als eine „offensive Defensive“. D.h. Käufe, um Verkaufssignale zu verhindern. Was schon deshalb gelang, weil momentan kaum jemand wirklich wünscht, dass der DAX, nachdem er am Freitag bereits unter das Februar-Tief bei 12.003 Punkten gefallen war, auch noch das Tief von Ende August bei 11.868 Punkten durschlägt. Denn das würde den Weg aus charttechnischer Sicht bis hinunter an die Anfang 2016 etablierte Aufwärtstrendlinie und das Zwischenhoch vom November 2015 freigeben, die um 11.400/11.430 Punkte eine Kreuzunterstützung bilden. Die Frage nach dem „Warum“ ist damit geklärt, aber nicht die Frage, ob diese Rettungsaktion der Bullen auch nachhaltig erfolgreich sein wird.

Die zunehmende Aggression der US-Regierung, die zusammen mit dem ohnehin schon erheblich belastenden, gezielt gedrückten US-Dollar für Druck auf die deutschen Unternehmensgewinne sorgen würde, ist problematisch und deren Urheber nicht berechenbar. Darüber zu mutmaßen, ob der US-Präsident wirklich ernst macht und dabei nicht nur mit Europa, sondern gleich noch mit China, Südkorea, Kanada und Mexiko Handelskriege anzettelt, ist nicht zu beantworten. Für den Moment wäre es daher geboten, diese Faktoren zwar wahrzunehmen und zu bewerten, Entscheidungen über Long- oder Short-Trades aber konsequent auf Basis charttechnischer Vorgaben zu fällen.

Chart vom 05.03.2018, Kurs 12.090,87 Punkte, Kürzel DAX

Wie sieht es da aus? Der DAX hat zum Wochenstart ein „bullish engulfing pattern“ ausgebildet, d.h. eine grüne Kerze hüllt die vorherige rote als vorläufiger Endpunkt einer Abwärtsbewegung komplett ein. Das indiziert einen möglichen Aufwärtsimpuls, aber es ist nur eine Indikation. Erst, wenn der „bullish engulfing pattern“ unmittelbar am Folgetag durch eine weitere grüne Kerze bestätigt würde, würde ein Long-Signal auf kurzfristiger Zeitebene daraus. Das wäre aber dann weiterhin zunächst nur etwas für risikofreudige Trader, denn dass man versucht, eine derart wichtige Unterstützungszone wie den Bereich 11.868/12.003 Punkte zu verteidigen, ist normal. Dass es deswegen aber gelingen muss, ist keineswegs gesagt. Erst, wenn der DAX die super-massive Widerstandszone zwischen der unteren Begrenzung der „Trompeten-Formation“ (12.580 Punkte) und der 200-Tage-Linie (12.730 Punkte) bezwungen hätte, würden für den DAX bullische Signale gelten, die über die reine Trading-Ebene hinausgingen.

Chart vom 05.03.2018, Kurs 12.090,87 Punkte, Kürzel DAX

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