Börsenblick

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S&P 500: Hoch gepokert, hoch verloren?

Die Wahrscheinlichkeit, dass es beim marktbreiten, die 500 wichtigsten US-Aktien umfassenden Standard & Poor’s 500, kurz S&P 500, zu einem „zweiten Bein“ der Korrektur kommt und es sich bei der Rallye, die am 9. Februar bei 2.533 Punkten ihren Anfang nahm, tatsächlich nicht um die endgültige Wende, sondern nur um das Auge des Taifuns gehandelt hat, hat mit diesem ersten Handelstag des neuen Börsenmonats spürbar zugenommen. Dreimal nacheinander wurde versucht, in der ersten Hälfte der Sitzung eine Aufwärtstendenz zu etablieren, dreimal ging es in der zweiten Sitzungshälfte abwärts, wobei der Druck jeden Tag ein wenig stärker wurde. Und dass der Abgabedruck ausgerechnet am Donnerstag nicht zu stoppen war, kann Folgen haben.

Es war nicht zu übersehen, dass es bei der zunächst rasanten Gegenbewegung nach oben vor allem darum ging, zu große Schieflagen zur Abrechnung der Februar-Optionen am 16. Februar zu verhindern. Denn unmittelbar danach war die Luft heraus. Dann gelang es zwar am vergangenen Freitag, den auffälligen, stetigen Abverkauf zeitweiliger Kursgewinne, der unmittelbar mit dem Options-Abrechnungstermin begonnen hatte, zu stoppen. Doch dem festen Freitag folgte nur der Montag mit Anschlusskäufen. Man darf vermuten, dass diese zweite, schwächere Kaufwelle das Ziel hatte, die zeitweise dramatischen Verluste des Februars so weit einzudämmen, dass die Anleger bei Fonds und Hedgefonds nicht verunsichert Geld abziehen, sondern weiter einzahlen. Dass der Druck indes bereits einen Tag vor dem Monatsende erneut einsetzte, war kein gutes Omen. Und dass es jetzt am ersten Handelstag des März keine Rallye durch neu zugeflossenes Kapital gab, wie das in den meisten Monaten des Vorjahres der Fall war, deutet an, dass die Fonds, die zuvor ihre Barreserven strapaziert hatten, um die Anleger bei der Stange zu halten, womöglich zu hoch gepokert haben. Wenn es so wäre, kann es für die Bären hochinteressant werden, denn:

Reduzierte Barreserven, die nicht nennenswert durch neues Kapital aufgefüllt wurden in Verbindung mit einem Index, der ein deutlich unter dem Hoch des Januars liegendes Zwischenhoch ausgebildet und gestern die 20-Tage-Linie erneut unterboten hat, dazu ein MACD-Indikator, der kurz vor einem erneuten Verkaufssignal steht, das bedeutet: Entweder, es gelingt umgehend ein Befreiungsschlag nach oben, für den der S&P 500 zumindest über 2.770 Punkten schließen müsste, oder die Verkäufe können sich beschleunigt fortsetzen. Denn sollte den Fonds die Barreserve knapp werden, kann selbst eine kleine Irritation ausreichen, um weitere Verkäufe auszulösen. Und die Distanz zum bisherigen Tief der Korrektur ist so groß nicht: Noch am Montag hatte der S&P 500 104 Punkte über dem gestrigen Schlusskurs notiert – bis zum Tief fehlen 143 Punkte. Eine Distanz die, wenn die Angst wieder um sich greift, schnell durchmessen wäre. Und dann ginge es um sehr viel.

Chart vom 01.03.2018, Kurs 2.677,67 Punkte, Kürzel SPX

Der Blick auf den langfristigen Chart auf Wochenbasis zeigt: Würde der S&P 500 das bisherige Tief bei 2.533 Punkten auf Wochenschlusskursbasis unterschreiten, wären damit nicht nur das Januar-Tief und die 200-Tage-Linie gebrochen. Er wäre dann auch wieder in die beiden aus den Jahren 2009 und 2011 stammenden Aufwärtstrendkanäle zurückgefallen. Das wäre ein massiv bärisches Signal, das dem bislang nur auf kurzfristiger Ebene bärischen Impuls eine mittel-, eventuell sogar langfristige Relevanz verleihen würde.

Chart vom 01.03.2018, Kurs 2.677,67 Punkte, Kürzel SPX

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