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DAX: Heute schaut alles in die USA

An der Wall Street notieren die wichtigsten Indizes längst wieder in Reichweite der Ende Januar markierten Rekorde, der DAX hingegen beendete den Februar gestern kaum mehr als 400 Punkte oder knapp 3,5 Prozent über dem Korrekturtief, das er am 9. Februar bei 12.003 Punkten markiert hatte. Gründe für diese relative Schwäche zu den US-Börsen gibt es gleich mehrere:

Die Perspektiven vieler Unternehmen für das Jahr 2018 fallen ebenso verhalten aus wie die Gewinnsteigerungen des Vorjahres. Was die Investoren Anfang 2017 noch nicht glauben mochten, bekommen sie jetzt nach und nach belegt: Die aggressive Wirtschaftspolitik der USA wirkt sich auf Europa bremsend aus. Hauptproblem ist dabei der binnen eines Jahres um 20 Prozent zum Euro gefallene US-Dollar. Der verbilligt die US-Waren im Ausland bzw. erhöht bei gleichbleibenden Preisen die Gewinnmargen der US-Unternehmen in dem Maße, wie diese für europäische Exporteure schrumpfen. Ergebnis: nur verhalten optimistische Gewinnprognosen vieler DAX-Unternehmen für 2018.

Zum anderen beobachten die europäischen Anleger die Hausse der US-Indizes, vor allem die blitzschnelle Wandlung von „Fallobst“ zur erneuten Kursrakete in den vergangenen drei Wochen, mit großem Misstrauen. Die Indizien dafür, dass diese Rallye vor allem zum Ziel hat, die Sparer davon abzuhalten, aus ihren Fonds- und Hedgefonds-Anteilen auszusteigen, sind zahlreich. Die bis Ende vergangener Woche spürbar gefallenen Barreserven der US-Aktienfonds und das zugleich im Februar auf neue Rekorde gestiegene Volumen der Börsenkredite machen deutlich, dass man an der Wall Street mit hohem Einsatz spielt. Und sollte es ab heute nicht zu weiteren Kursgewinnen kommen die indizieren würden, dass es tatsächlich gelang, die Anleger bei der Stange zu halten und frisches Geld in die Kassen der Fonds zu spülen, würde eine erneut abdrehende Wall Street auch den DAX mit nach unten reißen. Selbst dann, wenn zugleich der Euro wieder nach unten drehen würde. Aber:

Auf Dauer wird der deutsche Leitindex in seiner derzeitigen Spanne ohnehin nicht bleiben. Der Wochenchart zeigt: Bis jetzt sehen wir nichts anderes als eine Gegenreaktion nach einem markanten Abwärtsimpuls. Aber würde es gelingen, die Widerstandszone zwischen 12.460 und 12.735 Punkten nach oben zu durchbrechen, wäre der Weg aus charttechnischer Sicht wieder frei. Dann wäre keineswegs auszuschließen, dass der DAX sogar wieder an den bisherigen Verlaufsrekord bei 13.597 Punkten herankäme. Voraussetzung: Die US-Indizes dürfen nicht kippen und der Euro sollte tendenziell nach unten laufen. Das würde ausreichen, um die eher mageren Perspektiven der DAX-Unternehmen vorerst auszublenden.

Chart vom 28.02.2018, Kurs 12.435,85 Punkte, Kürzel DAX

Für den Moment hätte das Bären-Lager aber bessere Chancen, denn der DAX ist jetzt den dritten Tag am unteren Ende dieser Widerstandszone hängengeblieben und die Vorlage der US-Indizes mit ihrem erneuten Abwärts-Schwenk ist nicht gerade bullisch. Würde der Index unter dem Verlaufstief der vergangenen Woche, am Donnerstag bei 12.284 Punkten markiert, schließen, kann das bereits ausreichen, um einen Test des Korrekturtiefs von 12.003 Punkten zu starten – und dann muss diese Linie keineswegs halten!

Chart vom 28.02.2018, Kurs 12.435,85 Punkte, Kürzel DAX

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