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US T-Bonds (2y): Schmerzgrenze überschritten?

Am US-Anleihemarkt gehen immer mehr Augenbrauen erfahrener Investoren nach oben: Der Anstieg der Anleihe-Renditen geht weiter und weiter. Und das dürfte dem Aktienmarkt langsam wirklich gefährlich werden. Zum heutigen Monatsultimo wollten die großen Adressen am Aktienmarkt eigentlich ein aufgeräumtes Bild hinterlassen, indem die großen US-Indizes wieder so nahe an ihre bisherigen Rekordhochs getragen werden, dass die Anleger keine Notwendigkeit sehen, zum Stichtag der Monatswende Geld abzuziehen statt wie sonst frisches Kapital zu überweisen. Aber ausgerechnet jetzt hat man zu kämpfen, denn vor allem die hier auf Wochen- und Tagesbasis abgebildete Rendite für US-Staatsanleihen mit zwei Jahren Laufzeit stieg am Dienstag auf den höchsten Stand, seit durch das Platzen der Immobilienblase 2008 die Phase der US-Nullzinspolitik begann.

Chart vom 27.02.2018, Kurs 106,50 US-Dollar, Kürzel ZT

Der Auslöser: Die erste Anhörung des neuen US-Notenbankchefs Jerome Powell vor einem Ausschuss des US-Kongresses. Aufgrund seiner Aussagen dort bekamen die Akteure den Eindruck, Powell würde eher nach Lehrbuch vorgehen als mit Fingerspitzengefühl. Den Anstieg der Löhne, seit Jahren seitens der US-Notenbank als „in Kürze kommend“ bezeichnet, sieht er weiterhin auf dem Weg – aber das passiert nicht. Die Preise ziehen dennoch an, so dass die Befürchtung wächst, dass die US-Notenbank die Leitzinsen stur entsprechend der Teuerung anheben wird und dies aufgrund der immensen Verschuldung der US-Bürger und der langsamer steigenden Löhne das US-Wachstum abwürgen wird.

Das Problem: Je höher die Renditen für US-Anleihen steigen, desto eher werden sie zur Konkurrenz für den Aktienmarkt. Die Rendite für US-Bonds mit zwei Jahren Laufzeit stieg am Dienstag bis 2,27 Prozent. Die durchschnittliche Dividendenrendite der Aktien des Dow Jones liegt mittlerweile darunter. Und während man in einer Phase steigender Leitzinsen bei Anleihen mit längerer Laufzeit das Problem hätte, diese entweder bis zum Laufzeitende halten oder aber beim vorzeitigen Verkauf Kursverluste hinnehmen zu müssen (weil steigende Zinsen die Kurse bereits laufender Anleihen mit niedrigerem Zinskupon drücken), ist dieser Nachteil bei Zweijährigen aufgrund ihrer kurzen Laufzeit gering. Sie eigenen sich daher weitaus besser, um Kapital, das man aus einem riskanter wirkenden Aktienmarkt abzieht, mit tauglicher Rendite zu „parken“. Zumal diese Rendite nicht allzu weit unter den derzeit 2,91 Prozent liegt, die man für zehn Jahre Laufzeit bekäme.

Chart vom 27.02.2018, Kurs 106,50 US-Dollar, Kürzel ZT

Die Perspektive: Ob auf Wochen- oder auf Tagesbasis, die Charts zeigen, dass der Abwärtstrend der Kurse des Futures für Zweijährige US-Bonds absolut intakt ist. Der Anstieg der Renditen kann sich damit noch weiter fortsetzen, obgleich man vermuten darf, dass die Schmerzgrenze für den Aktienmarkt schon jetzt überschritten und das nur durch womöglich kurzlebige Käufe mit Blick auf den Monatsultimo noch nicht zu sehen ist. Das kurzfristige Chartbild zeigt, dass die Bond-Kurse durch einen doppelten Leitstrahl immer weiter unter Druck geraten. Zum einen ist es die 20-Tage-Linie, an der der Future wie an einer Schiene immer tiefer läuft, zum anderen sichert der im September begonnene Abwärtstrend diese Bewegung nach oben ab. Sollte der Future der Zweijährigen diesen Trend mit Schlusskursen über 106,75 US-Dollar klar nach oben verlassen, wäre diese Rendite-Rallye erst einmal gebannt. Solange diese beiden Leitstrahlen aber intakt bleiben, gibt es hier keine Trading-Alternative zu einer konsequenten Verfolgung des Trends auf der Short-Seite.

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