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Euro/US-Dollar: Doppeltopp in Sicht – sind jetzt die Bären am Zug?

Werden die eher „falkenhaft“, also restriktiv Richtung Leitzinserhöhungen, wirkenden Aussagen des neuen US-Notenbankchefs Powell vor einem Ausschuss des US-Kongresses womöglich nicht nur den US-Anleihemarkt, sondern auch den Devisenmarkt deutlich beeinflussen? Der Eindruck, dass die US-Zinsen in diesem Jahr womöglich sogar noch stärker zulegen könnten als man ohnehin erwartete, führte dazu, dass der US-Dollar im Verlauf des Dienstags stieg, die Relation Euro/US-Dollar dadurch unter Druck geriet. Und das in einer Konstellation, in der sich aus charttechnischer Sicht ohnehin schon eine Toppbildung anzubahnen schien. Der Chart zeigt, dass Euro/US-Dollar dadurch unter die Dezember-Aufwärtstrendlinie fiel und dabei im Tageshoch an der 20-Tage-Linie nach unten abgewiesen wurde, an der das Währungspaar schon in den Tagen zuvor nicht mehr vorbeigekommen war. Würde der Kurs die Nackenlinie des im Chart gut erkennbaren potenziellen Doppeltops bei 1,2205 US-Dollar unterschreiten, wäre die Trendwendeformation vollendet. Der Weg wäre aber erst dann wirklich frei, wenn darüber hinaus auch noch ein Schlusskurs unter dem Jahreshoch 2017 bei 1,2092 US-Dollar erzielt würde. Aber die Euro-Bären haben nicht nur das Problem, diese Unterstützungen noch „abarbeiten“ zu müssen, denn:

Expertenmeinung: Angesichts konsequent steigender US-Leitzinsen und einem dadurch weitaus attraktiveren Renditeniveau von US-Anleihen müsste der US-Dollar laut Lehrbuch eigentlich zum Euro steigen, nicht fallen. Denn eine aufgrund höherer Zinsen höhere Nachfrage nach US-Anleihen durch internationale Investoren sollte auch die Nachfrage nach US-Dollars, ohne die man diese US-Anleihen nicht kaufen kann, steigern und den Preis der Währung damit stützen. Dass das Gegenteil der Fall ist, basiert auf einem nicht einmal verborgen gehaltenen politischen Willen der US-Regierung. Denn je schwächer der US-Dollar zu den Konkurrenzwährungen in Europa und Asien ist, desto günstiger stellen sich die Exportchancen für US-Unternehmen im Rest der Welt dar. Und dass EZB-Chef Draghi gerade erst am Montag vor einem Ausschuss des Europaparlaments behauptete, es gäbe keinen Währungskrieg, unterstützt die US-Dollar-Bären in ihrer Erwartung, dass Europa nicht wagen wird, zu Gunsten eines wieder niedrigeren Euro einzugreifen. Erst, wenn deutlich würde, dass dieser „Freibrief“ nicht mehr existiert, wäre eine wirklich nachhaltige Wende des Euro/US-Dollar-Kurses nach unten wahrscheinlicher, was hieße: Schlusskurse unter 1,2205 und danach unter 1,2092 US-Dollar wären grundsätzlich Trading-Short-Signale, sollten aber mit der dieser besonderen Situation entsprechenden Vorsicht umgesetzt werden.

Chart vom 27.02.2018, Kurs 1,2229 US-Dollar, Kürzel EUR.USD

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