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Boeing: Die Geheimwaffe der Index-Bullen

Diese Aktie ist ungewöhnlich teuer. Und erfahrene Investoren wissen zudem, dass das Luftfahrt-Geschäft ein höchst konjunkturabhängiges ist. Der Flugzeugbauer Boeing hatte im Jahr 2017 13,60 US-Dollar pro Aktie verdient. Damit lag das Kurs/Gewinn-Verhältnis zum letzten Kurs des Jahres 2017 schon bei eher hohen 22. Doch wenn die unternehmenseigene Prognose eintrifft und Boeing im Jahr 2018 zwischen 13,80 und 14,00 US-Dollar pro Aktie verdienen würde, läge das Kurs/Gewinn-Verhältnis jetzt schon bei über 26. Vorausgesetzt, dass a) das obere Ende von Boeings Prognose erreicht wird, b) die Aktie vom aktuellen Rekordniveau aus nicht weiter zulegt und c) das Wachstum auch wirklich so stark bleibt, dass die letztjährige Flut an neuen Aufträgen aufrechterhalten wird. Viele „Wenns“ … und doch ist Boeing am Dienstag auf einen neuen Verlaufsrekord gelaufen und dadurch am vorherigen Hoch, das am 1, Februar unmittelbar nach den Bilanzdaten erreicht wurde, vorbeigezogen. Aber wieso? Glauben wirklich so viele Anleger, dass einem Ausnahmejahr einfach ein weiteres folgen wird? Und das, obgleich dieser Run bei den Aufträgen von einem immer tiefer fallenden, Boeing gegenüber Airbus bevorteilenden US-Dollar befeuert wurde, der keineswegs ewig weiter fallen kann und wird? Das würde trotz der derzeit an der Wall Street herrschenden Blauäugigkeit wundern.

Expertenmeinung: Und auch der gestern von CNBC gemeldete „Deal“ mit dem weißen Haus über den Kauf der vor einem Jahr noch von Trump stornierten, neuen Air Force One-Maschinen kann diese Rallye nicht erklären, auch, wenn der Preis von 3,9 Milliarden pikant nahe an den gut vier Milliarden liegt, die Trump noch vor seiner Amtseinführung als einen Preis „außer Kontrolle“ bezeichnet hatte. Nein, ein ganz entscheidender Grund für diese Boeing-Rallye dürfte darin liegen, dass die Aktie die perfekte „Waffe“ derer ist, die den Dow Jones so schnell wie möglich wieder an und gerne auch über das bisherige Rekordhoch ziehen wollen, um zu verhindern, dass die Anleger nach dem Februar-Kursrutsch nervös Geld aus dem Aktienmarkt abziehen und die Fonds mit ihren dünnen Barreserven dadurch in Schwierigkeiten bringen. Denn Boeing ist die mit Abstand teuerste Aktie des Dow Jones und wirkt dadurch wie ein Hebel, denn der Dow Jones ist ein Kursindex. Das heißt, ein Dollar Anstieg bei egal welcher Aktie des Dow Jones hat für den Index denselben wert, derzeit knapp 6,9 Punkte. Ein Prozent aufwärts bei der Boeing-Aktie ist damit 25 Punkte wert, ein Prozent Anstieg bei der billigsten Aktie des Index, General Electric, nur einen Punkt. Also stürzt man sich auf Boeing – und da interessiert es nicht, ob die Aktie eigentlich längst überteuert wäre. Aber das wird schnell wieder wichtig, sobald diese indexbezogenen Käufe enden. Und das könnte bereits morgen, wenn der Monatsultimo vorbei ist, der Fall sein. Da die Aktie zudem schon nah an die Parallele zum im Januar überbotenen mittelfristigen Aufwärtstrendkanal herangelaufen und hinsichtlich der Markttechnik (hier der Stochastik-Oszillator) überkauft ist, sollte man derzeit eher darüber nachdenken, bei bestehenden Long-Positionen Gewinne mitzunehmen als zuzukaufen.

Chart vom 27.02.2018, Kurs 364,64 US-Dollar, Kürzel BA

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