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Volkswagen Vz: Die Bilanz kam, aber die Käufer nicht

Eine gute Stunde vor dem Ende des europäischen Handels veröffentlichte der Volkswagen-Konzern die vorläufigen, aber wohl sehr präzisen Ergebnisse zum Geschäftsjahr 2017 und eine Perspektive für das Jahr 2018. Die unmittelbare Reaktion war ein Abverkauf der Aktie um gut fünf Euro. Das relativierte sich zwar schnell, am Ende stand nur ein Minus von 0,8 Prozent. Aber der Eindruck im Chart bleibt: Kaufen wollte auf diese Zahlen hin offenbar niemand. Was nicht unbedingt wundern darf, denn:

Der Automobilkonzern hat zwar das beste Ergebnis in seiner Geschichte erzielt, aber Umsatz und Gewinn blieben marginal unter den Prognosen der Analysten. Nur bei der Dividende für die Vorzugsaktie gab es eine positive Überraschung, da sollen für 2017 3,96 Euro nach 2,06 Euro für 2016 ausgeschüttet werden. im Schnitt hatte man mit 3,50 Euro gerechnet. Aber das ist die „Belohnung“ für ein abgelaufenes Jahr. Was die Akteure weit mehr interessierte, war die Frage, womit man in 2018 rechnen darf. Und da kam es zu langen Gesichtern:

VW rechnet mit einer operativen Marge zwischen 6,5 und 7,5 Prozent. Da lagen die Erwartungen durchschnittlich bei 7,6 Prozent. Möglich, dass VW bewusst lieber tief stapelt, aber zuletzt waren Bescheidenheit und Zurückhaltung keine Attribute, die man sofort mit VW in Verbindung gebracht hätte. Und wenn die Marge auf diesem moderaten Niveau bliebe, hieße das, dass man nicht damit rechnet, dass es gelingen wird, die Kosten so drücken bzw. die Preise so steigern zu können, wie das eigentlich geplant war. Gerade die niedrigen Margen bei der Kernmarke VW wollte der Konzern deutlich verbessern.

Jetzt wird es darauf ankommen, ob die Analysten heute und in den kommenden Tagen den Daumen heben oder senken, darauf dürften die Marktteilnehmer warten. Trotz des Minus vom Freitag wäre es noch ein leichtes, die charttechnisch kritische Situation zu bereinigen. Sobald die Aktie die ultra-kurzfristige Abwärtstrendlinie und die bei 168,40 Euro verlaufende 20-Tage-Linie auf Schlusskursbasis überwinden würde, wäre der Weg nach oben erst einmal wieder frei. Aber sollte sich der Abgabedruck intensivieren, neigt sich das Pendel deutlich in Richtung der Bären, denn die Aktie notiert am oberen Ende einer wichtigen mittelfristigen Unterstützungszone. Diese Zone reicht vom markanten Wendepunkt aus dem Februar 2017 bei 156,55 Euro über die 200-Tage-Linie bei 150 Euro an die den Großteil des Jahres 2017 dominierende, damals als Widerstand fungierende Zone 146/147 Euro.

Chart vom 23.02.2018, Kurs 162,60 Euro, Kürzel VOW3

Ein Bruch dieser Zone kann die Aktie schnell an die übergeordnete, aus dem Tief des „Dieselgate-Crashs“ im Herbst 2015 entstandene Aufwärtstrendlinie bei 134,50 Euro drücken – und ggf. auch darunter. Der längerfristige Chart auf Wochenbasis zeigt, dass die Aktie in diesem Zeitraster nicht gerade eine gute Basis für eine Rallye zeigt: Gravestone-Doji mit anschließender langen roten Kerze im Januar, Bruch des mittelfristigen Aufwärtstrends und seither keine nennenswerten Indizien für die Rückkehr der Käufer: Wenn, dann müsste die VW-Aktie umgehend zum Start in diese neue Woche anspringen und über 169 Euro schließen, ansonsten steigt die Wahrscheinlichkeit für einen Test dieser bei 134,50 Euro verlaufenden, längerfristigen Aufwärtstrendlinie deutlich.

Chart vom 23.02.2018, Kurs 162,60 Euro, Kürzel VOW3

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