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DAX: Auf die Bullen wartet eine schwere Aufgabe

Die US-Börsen sind längst weitaus näher an ihren Rekordhochs als an den Anfang Februar markierten Korrekturtiefs. Dem DAX hingegen fehlen dazu noch gut 1.100 Punkte oder fast neun Prozent. Vom Tief des 9. Februar konnte sich der deutsche Leitindex gerade einmal vier Prozent absetzen. Und das, obwohl hierzulande die Anleiherenditen weitaus niedriger liegen als in den USA und dort, nicht hier, die Leitzinsen sukzessive angehoben werden. Und das, obwohl die Bewertung der 30 im DAX vereinten Standardwerte über das Kurs/Gewinn-Verhältnis im Schnitt deutlich günstiger ist als bei den großen Indizes in den USA. Hinzu kommt, dass der Euro zum US-Dollar zwar auf einem den Eurozone-Export behindernden Niveau notiert, aber gegenüber den bisherigen Hochs schon ein gutes Stück zurückgekommen ist. Als der DAX am 23. Januar mit 13.597 Punkten seinen bisherigen Verlaufsrekord erzielte, notierte der Euro auf demselben Niveau wie am Mittwoch. Wo klemmt es?

Ein Aspekt dürfte der feste Glaube insbesondere der US-Investoren sein, dass die Steuerreform und das Infrastrukturprogramm schon dafür sorgen werden, dass am US-Aktienmarkt mehr zu holen sein wird als in Europa. Was auch daran liegt, dass die scharfe Korrektur dort so schnell durch eine Rallye eingedämmt wurde, dass manch einer gar nicht dazu kam, sich ernsthaft Gedanken zu machen. Die Ende Januar ignorierten Risiken werden Ende Februar immer noch ignoriert: Den Bullen ist es gelungen, den Warnschuss ungehört verklingen zu lassen. Was dramatisch schiefgehen kann. Und das ist ein anderer Aspekt: Hier, mit dem nötigen Abstand, betrachtet man die Rallye bei Dow Jones & Co. mit Argwohn, fürchtet, dass ein erneutes Abkippen der US-Indizes den DAX mit in die Tiefe reißen würde – und dieses Abkippen jederzeit einsetzen könnte. Hinzu kommen noch zwei weitere Aspekte:

Zum einen bedeutet der Anstieg des Euro, dass die US-Anleger auf US-Dollar umgerechnet mit ihren DAX-Engagements weit besser dastehen als die inländischen Investoren, weil der Euro für sie in den letzten zwölf Monaten deutlich wertvoller wurde und Kursverluste des DAX für US-Anleger ausgleicht. Dort hat man immer noch Levels für deutsche Aktien, die zu Gewinnmitnahmen locken, während man hierzulande darüber nachdenkt, ob der DAX wirklich günstig genug ist, um wieder einzusteigen. Und dann ist da nicht zuletzt die Charttechnik:

Chart vom 21.02.2018, Kurs 12.470,49 Punkte, Kürzel DAX

Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq 100 haben kaum ernsthafte Widerstände außer ihren Verlaufsrekorden über sich, der DAX hingegen eine ganze Phalanx an Hürden, die sich zwischen 12.600 und 12.750 Punkten ballen. Dort wirken die untere Begrenzung der „Trompeten“-Formation, die 20-Tage- und die 200-Tage-Linie sowie das Hoch vom Juli 2017 und das Januar-Tief als markante Widerstände.

Chart vom 21.02.2018, Kurs 12.470,49 Punkte, Kürzel DAX

Und der Chart auf Wochenbasis zeigt, dass der Trendfolgeindikator MACD dort gerade erst auf „Verkauf“ gedreht hat und zusätzlich noch die gebrochene Juni 2016-Aufwärtstrendlinie um 12.900 Punkte als Widerstand dienen würde. Was bedeutet: Die US-Börsen können an Vorlagen abliefern, was sie wollen, solange der DAX diese Zone 12.600/12.750 Punkte nicht klar und auf Schlusskursbasis bezwungen hätte, würden Long-Trades auf extrem dünnen Beinen daherkommen!

 

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