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Euro/US-Dollar: Neue Attacke im Währungskrieg

Eigentlich ist es ja gar kein „Krieg“ am Devisenmarkt, denn dort sieht man die USA zwar in der Rolle des Gewinners, aber keine echten Kontrahenten. Denn vor allem in der Eurozone kommt keinerlei Gegenwehr auf. Die Politik zieht den Kopf ein, die EZB schweigt – und so sorgt ein immer schwächer werdender US-Dollar dafür, dass die US-Exporteure dadurch die Konkurrenz aus Asien und Europa ausbooten können. Ein immer teurer werdender Euro hat zwar im Gegenzug den Vorteil, dass die in US-Dollar fakturierten Rohstoffe tendenziell billiger werden. Aber importierte Rohstoffe machen eben nur einen Bruchteil der Gesamtkosten aus. Und der Effekt einer im Ausland teureren Währung schlägt in allen Bereichen durch. Dass hier wie üblich nicht mit offenen Worten agiert wird, sondern im Gegensatz zu den US-Beschwerden um bestehende Handelsabkommen Stille im Bereich der Offiziellen herrscht, bedeutet für die Trader am Devisenmarkt, dass sie bislang nicht fürchten müssten, dass die EZB versucht, aktiv gegen diesen Euro-Anstieg vorzugehen.

Dort dürfte man einfach hoffen, dass sich dieser Anstieg, der mit Blick auf die Zinsdifferenzen und Zinstendenzen in den USA und der Eurozone absurd wirkt, von alleine erledigt. Denn man weiß aus der Erfahrung der vergangenen Jahrzehnte: Immer dann, wenn Notenbanken oder gar die Politik versucht haben, solchen Entwicklungen einen Riegel vorzuschieben, fühlten sich die großen Trader am Devisenmarkt nur berufen deutlich zu machen, wer da im Zweifel am längeren Hebel sitzt. Devisenmarktinterventionen kosten gewaltige Summen – und bringen am Ende nichts.

Also bleiben die Trader auf der Long-Seite. Und jetzt gehen sie es nach einer kurzen Konsolidierung wieder an: Euro/US-Dollar hatte nach der EZB-Sitzung Ende Januar, von der man irgendeinen Kommentar in Bezug auf den Euro erwartete und nicht zu hören bekam, sein bisheriges Hoch bei 1,2539 Euro ausgebildet. Anfang Februar wurde versucht, dort vorbei zu kommen, was aber misslang. Jetzt läuft die nächste Attacke der Euro-Bullen … mit mehr Aussicht auf Erfolg, denn die zuvor überkaufte Situation der markttechnischen Indikatoren (im Chart der Stochastik-Oszillator) ist jetzt einem Niveau gewichen, auf dem aus markttechnischer Sicht wieder Rückenwind herrschen würde. Das Ziel der Bullen ist im langfristigen Chart klar zu erkennen:

Chart vom 15.02.2018, Kurs 1,2501 US-Dollar, Kürzel EUR.USD

Bei 1,2750 US-Dollar liegen die Tiefs des Jahres 2013, bei 1,2830 US-Dollar verläuft die langfristige, aus dem Jahr 2011 stammende Abwärtstrendlinie. Dorthin soll und dorthin kann die Euro/US-Dollar-Relation durchaus laufen, sobald der Kurs über dem bisherigen Hoch von 1,2539 US-Dollar schließt. Und auch, wenn aus einer überzogenen, der Zinsentwicklung zuwider laufenden „Währungskrieg“-Rallye dann schon eine Blamage für die EZB würde: Es wäre nicht einmal auszuschließen, dass Euro/US-Dollar diesen Abwärtstrend sogar nach oben durchbricht!

Chart vom 15.02.2018, Kurs 1,2501 US-Dollar, Kürzel EUR.USD

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