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DAX: Mit misstrauischem Blick an die Wall Street

Ob der Euro zum US-Dollar gerade fällt oder steigt, der Ölpreis eine Wende vollzieht oder was der Goldpreis derzeit an Vorlagen zu liefern hätte: Mittlerweise dürfte es auch unter den Profis nicht wenige geben, die da schlicht mit den Achseln zucken. Denn die Wall Street zieht alle in ihren Bann. Dieser eigentlich so altehrwürdige, eher gemächliche Dow Jones mit seinen erratischen Schwankungen dominiert die Wahrnehmung. Nichts anderes scheint wichtig zu sein. Denn was an der Wall Street geschieht, wird auch hier, beim DAX, ankommen. Dessen sind sich die meisten sicher. Also folgt man den Vorgaben: Steigen die US-Indizes, zieht der DAX mit. Fallen sie, entzieht er sich diesem Sog nicht. Könnte man also anhand der charttechnischen Signale der US-Indizes auch die kommende Tendenz des DAX vorhersagen, einfach Dow und DAX über einen Kamm scheren?

Es wäre nicht ratsam, denn es gibt Unterschiede. Unterschiede auf charttechnischer Ebene, weil es beim DAX um andere Ankerpunkte geht. Und Unterschiede im Zutrauen dahingehend, dass das alles nur eine kurze und schnell ausgebügelte Episode ist. An der Wall Street ist man sich dessen mehrheitlich sicher, zu lange ging es da stur aufwärts. Es brächte noch mehr, um echte Zweifel zu säen. Das sieht beim DAX anders aus. Der war, wie die anderen europäischen Benchmark-Indizes, durch die Euro-Hausse gedrückt. Hier ist man daher Misstrauen gewöhnt. Und der DAX-Chart zeigt: Man misstraut der Wall Street, wenn sie steigt, weil man aus der Warte der Realisten erkennt, was man dort nicht sehen will: Wenn so viele immer noch bullisch sind, in fallende Kurse blind die Hand aufhalten, was passiert mit Dow Jones & Co., wenn bei einem solchen Anlegerverhalten die jüngsten Tiefs brechen sollten? Also bleibt man vorsichtig, und das sieht man auf Wochenbasis ebenso wie im Tageschart:

Chart vom 12.02.2018, Kurs 12.282,77 Punkte, Kürzel DAX

Der DAX war am Montag bis 12.380 Punkte nach oben gelaufen, schloss dann aber per 17:30 Uhr um die 100 Punkte tiefer bei 12.283 Zählern. Und das, obwohl die US-Börsen nach deren Intraday-Turnaround vom Freitag kräftig weiter zulegten. Auffällig dabei: Das Tageshoch lag unweit einer alten, äußerst markanten Chartmarke: dem „alten“ Rekordhoch des Jahres 2015 bei 12.391 Punkten. Es hatte zwei Jahre gendauert, bis es erstmals bezwungen wurde. Jetzt dient es offenkundig als Widerstandslinie. Bei 11.800 und 11.920 lägen aktuell potenzielle Unterstützungslinien. Aber sollte die Wall Street nicht imstande sein, eine echte Wende zu erzwingen und neue Tiefs ausbilden, wäre zu vermuten, dass der deutsche Leitindex den Unterstützungsbereich aus dem November-Hoch 2015 (11.430 Punkte) und der aus dem Juni 2016 stammenden Aufwärtstrendlinie (aktuell bei 11.350 Punkten) testet.

Wohin der DAX laufen müsste, um wieder auf kurzfristiger ebene bullisch zu werden, zeigt der Chart auf Tagesbasis: Es gälte, den Widerstandsbereich 12.650/12.750 Punkte zurückzuerobern. Damit wäre er wieder in der „Trompeten“-Formation, diesem nach rechts offenen Dreieck, aus dem er vor einer Woche nach unten herausgerutscht war, und vor allem über der aktuell bei 12.750 Punkten verlaufenden 200-Tage-Linie. Bevor das nicht gelungen ist, hätten diejenigen, die den verdächtig ungebrochenen Optimismus der Wall Street mit Misstrauen betrachten, die Charttechnik auf ihrer Seite.

Chart vom 12.02.2018, Kurs 12.282,77 Punkte, Kürzel DAX

 

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